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We don´t need no education

31 03 2006

Als ich heute Morgen von der Neuköllner Schule gehört hab, die jetzt polizeiüberwacht wird (ich berichtete von meinen äußerst beeindruckenden Erlebnissen mit dieser Berufsgruppe), hab ich mir echt überlegen müssen, wie verquer Deutschland noch werden wird. Gut, der Fokus liegt ja nun wirklich meistens in bestimmten Gebieten und nicht jeder Berliner Stadtteil hat die gleichen Probleme, aber der Trend geht ja in die Richtung, dass es noch schlimmer wird.Da wird einem mal bewusst, was man hier am Rande einer mittelgroßen Stadt für eine unbeschwerte Kindheit genossen hat. Hier ist es ja nun mal noch so, dass die meisten Kinder aus einigermaßen funktionierenden Elternhäusern kommen. Wenn Eltern oder Elternteile eher auf den Erhalt ihres Jobs konzentriert sind, damit sie ihre Familie überhaupt über Wasser halten, ist verständlich, dass da nicht viel Zeit ist, um sich anzuhören, was ein Kind zu erzählen hat, was es beschäftigt. Ich werde dieses Jahr 20 und erzähl immer noch gerne, was mich bewegt, was mir so passiert ist und als Kind hatte ich das absolute Bedürfnis, einfach alles zu erzählen. Ich war beleidigt, wenn keine Zeit war, mir zuzuhören. Irgendwann kommt man drauf zurück und dann wars auch nicht mehr so wichtig, morgen gibt’s neue Dinge, aber ein Kind, das berichten will und nur auf geschlossene Ohren stößt, muss sich ja irgendwann fragen, warum sich keiner für einen interessiert. Ich find diese ganze Entwicklung beängstigend und hoffe, mein Brüderchen bleibt brav … Naja, soviel kann ja nicht mehr kaputtgehn… :-)

Ich schätze mal, dass diese Neuköllner Schule mit Polizei auch nicht viel besser dran ist. Wenige werden so blöd sein und auf dem Schulhof ne Schlägerei beginnen, aber irgendwo wird das ja dann trotzdem ausgetragen. Und wenn die Schule Akten einsieht und die betreffenden Schüler aussortiert und verweist, dann werden sie auch nicht viel weiter kommen. Für andere keine Gefahr mehr, aber die Perspektiven…grau.



Centralstation for gold!

31 03 2006

Yeah, es war mal wieder super in DER Konzertlocation Darmstadts. Wem hab ich dort schon alles zugejubelt…Künstlern, die sich bald selbst übertreffen. MIA, Madsen und jetzt auch den wunderbaren Jungs von Tomte. Ich finds einfach echt gut aufgeteilt dort, die Menschen an der Garderobe sind nett und mag das für den ein oder anderen nebensächlich erscheinen- wie doof ist es, auf Konzerten seine Jacke rumschleppen zu müssen? Also, die Garderoberisten sind wichtig! Der Konzertraum ist echt groß, wirkt irgendwie edel und scheinbar könnte man auch vom Boden essen, so sauber muss er sein, dass sich alle immer draufsetzen müssen…Ich stell mir immer vor, wie die Bodensitzenden, bodenständig, wie sie sind, reagieren würden, wenn ich stolpern würde und sie voll meine Cola abbekämen…Hey, Herr Knigge, wer muss sich dann eigentlich entschuldigen?

Das Konzert selbst war echt gelungen, ging von 10 bis 12 ungefähr und die Vorgruppe „The Kilians“ haben richtig gut eingestimmt. Auf diesem Konzert musste man sich nicht schämen, wenn man die Hände in den Hosentaschen hatte, denn irgendwie waren da ziemlich viele, die sich einfach von der Lerche „Thees“ haben treiben lassen und ja, dieses Konzert hatte Klasse. Einfach Ohren auf und bezirzen lassen. Kein 0815-Geplänkel, da hat sich eine komplette Band echt Mühe gegeben.

Das Publikum…ja, ich kam mir ehrlich gesagt vor wie ein antirevolutionäres Menschlein, das grade einfach arbeiten geht und nicht sozial in ner WG lebt und nebenbei Sozialpädagogik studiert…. Ich hab keine Lust drauf, dass die „Zielgruppe“ immer nur Studenten sind. Und deshalb ist es mir egal. Was nicht heißt, dass es mich nicht nervt, immerwieder davon zu hören. Auch mein Alter sollte mir peinlich sein, denn so kam mir öfter zu Ohren „Öh, ich bin echt schon 40?“. Sollte heißen: „Oh, hier sind aber viele Jüngere, die auch gute Musik hören, die nicht wie ich „Tomte“ sagen konnten, bevor sie zu Mama „Mama“ sagen konnten.“

 



Es gibt Reis, baby!

27 03 2006

Ja, der Tag in der Apotheke war der wohlschmeckende Nachtisch eines misslungenen Hauptgangs. Poetische Metapher, ich weiß. Kein Wochenende der letzten paar Wochen wollte ich schneller rumkriegen als dieses. In Vorfreude auf das Konzert von TOMTE am Donnerstag Abend und dem vorhergehenden Trinkengehn, Essengehn mit meiner liebreizenden Begleiterin, mit der der Abend sicher ein Heidenspaß wird, lasse ich die Woche geschmeidig an mir vorüberstreichen. Ich bin auch echt glücklich mit meiner neu erworbenen Mobilität. Ich bin nur nicht so ganz konsequent mit mir, ich hab nur noch 15€uronen im Portmonee, muss dringend zur Bank…jaja, morgen. Oder so. Tanken muss auch noch sein. Freitag wohl. Nachdem ich „High fidelity“ ausgelesen habe und minderbegeistert bin, hab ich „Aprikose, Banane, Erdbeer“ vom Helge angefangen. Tolle Literatur. Der äußerst ernstzunehmende Autor springt zwischen seinen Parallelwelten schizophrenen Ursprungs, beschreibt alle Personen haargenau „seine Haare hingen wortlos aus seinen Geheimratsecken, sein Geruch war eine Mischung aus dem Geschmack von feuchtem Papier und einem leichten Kackegeruch aus dem Hals“, er beschreibt liebevoll seine Frau „in der Hauswirtschaftsschule hatte sie in allen Fächern eine sechs gehabt. Das hat er nach der Hochzeit heausgefunden“ und wenn es einen Himmel auf Erden gibt, dann doch die in der Ich-Erzählung beschriebene Umgebung „die Stadt kümmerte sich nicht um ihre Kinder. Die Rutsche war vollgekotzt und das Klettergerüst ragte zerzaust in den Himmel, etliche Bretter fehlten oder waren verfault“. Ich les es mir laut vor, dann muss ich auch noch öfter lachen, als „lüse“ ich für mich im Kopp. Adé olé.



Dem Boden entgegen.

26 03 2006

Was ein Tag…andere Blogs scheinen sich wohl auch mit diesem Downfühlwetter zu beschäftigen. Würde mich jemand besuchen, könnte ich fragen „Na, was hast du denn da für ein schlechtes Wetter mitgebracht?“. Heute mochte ich aber keinen Besuch und gestern auch nicht. Ich bin echt froh, morgen wieder arbeiten zu können. Nach der Sache am Freitag hatte ich nicht mehr so die dolle Freude. Doch, kurz, als ich in der ARD-Vorschau gesehen habe, dass um 22:50 „Wahnsinnig verliebt“ mit der Audrey Toutu (oder so) aus „Amelie“ kommt. Ich zog mir also vorher „High fidelity“-lesend nebenbei Günther Jauch rein und dann schaltete ich um, wurde enttäuscht von einem in Glitzer gepackten Florian Silbereisen, schleimig grinsend das Frühlingsfest der Volksmusik moderierend. Gegen 12 kam dann der Film, meine Ma blieb auch noch ein paar Minuten bei mir und schaltete den Fernseher aus, als sie meine Müdigkeit bemerkte. Heute Morgen gönnte ich mir ein Bad und die Höhepunkte des Tages waren das Frühstück, das Mittagessen und der weitere Teil des Buches, das jetzt endlich im letzten Viertel witzig wird. Ich fühl mich GRAUsam und hasse es, dass ich manchmal so vom Wetter bestimmbar bin. Ich weiß aber genau, dass ich morgen sobald ich in der Apotheke bin, wieder gut drauf sein werde, weil man mit mir redet, es sicher was zu lachen gibt (gerne auch auf meine Kosten, wie so oft) und ich einfach was anderes sehe.



Freunde in grün.

25 03 2006

Voller Freude machte ich mich mit einigen Freunden der Nacht auf den Weg nach Frankfurt in die Batschkapp. Mal wieder. Irgendwie war mir den ganzen Abend schon nicht so ganz wohl, der Verkehr war die Hölle, ich saß zwar nur mit drin, aber das stresste schon genug. Gestern war irgendwie ganz viel Security in der Batschkapp- ich musste erstmals mein Pfefferspray abgeben (kein Wunder, sonst hatte ich´s ja nie dabei, aber sonst hat auch nie jemand meine Tasche sehen wollen) und dann musste ich das Schächtelchen mit den Ohrstöpseln und den Dolormin-Tabletten öffnen…ich bin vielleicht gefährlich *roaaaaar*

So hatten wir also Spaß, bis dann ein paar von uns kurz am Auto waren und zurückkamen mit der Nachricht, man hätte 2 Scheiben eingeschlagen und Dinge gestohlen. Die Polizei verlangte, dass das Auto zu ihnen aufs Revier kommen müsste, anstatt, dass sie mal gekommen wären, zumal noch ein anderes Auto betroffen war. Klasse, mein Vertrauen in die Freunde und vor allem Helfer sinkt nahezu dem Nullpunkt entgegen. Vor allem, wenn ich mich an das Ereignis vor ein paar Wochen erinnere, als die Polizei erst die Zuständigkeit klären musste, wer den krampfenden Junkie versorgt, bevor sie nach geschlagenen 20 Minuten auftaucht.

Um halb4 war ich zu Hause, nach Rauch stinkend und todmüde. Für eine Freundin die gestern auch mitwar, habe ich ein Mixtape zusammengestellt- ihre Tasche ist auch weg und das Tape mit ihr. Arrrggg, warum hab ich´s ihr nicht später gegeben?



Sonne satt!

23 03 2006

War das ein bester Tag heute? Ich fand er war bestens! Kann mich an keinen Moment erinnern, an dem die Sonne nicht durchs Fenster geglotzt hat, ja, sie hat sich beinahe durchs Fenster geschmissen, so doll hat sie gestrahlt. Gegen 1 wurde ich dann recht müde, gegen 3 bekam ich die Aufgabe, mein Auto zu starten und damit zum Eismobil zu werden. Ohne einen Mucks war die ganze Belegschaft am löffeln und danach gings auch wieder bergauf. Bis halb7 durch und morgen nochmal der 10-Stunden-Spaß. Jetzt bin ich froh, den Tag gemeistert zu haben und gleichzeitig bin ich so crocky, dass ich gleich ins Bett fleze, um mich bei „XY“ vor den Dieben und Schlawinern des wirklichen Lebens zu fürchten, was mich sicher im Traum dann noch verfolgen und traumatisieren wird.



Ich pfeif auf Fettnäpfe!

21 03 2006

Wenn ich in einen trete, ist es ein Bottich mit dem Umfang eines Aralsees. Nachteil: Man steht doof vor jemandem da, entschuldigt sich mehr bitter als süß und der Käse ist gegessen. Vorteil: Alle lachen, der, der es nicht unmittelbar mitgekriegt hat, weiß es schon, wenn man die Story selbst am nächsten Tag berichten möchte.

So, das war das Drumrum und jetzt kommt der heiße Brei:

 

Ich stehe so kurz vor Schluss vorne und begrüße die (ich nenne sie mal) „junge Dame“. Sie verlangt eine Packung „Grippostad“.  Um meiner Beratungsfunktion nachzukommen, überlege ich, das Alter der wirklich schwer einschätzbaren Person zu hinterfragen, schlucke die Frage herunter und ziehe den Schrank auf. Immer noch am Abwägen, ob ich den Spruch „Die sollen für Dich sein?“ bringen soll, ziehe ich den Code vor den Scanner und kassiere ab. Das Mädchen fragt dann doch, wie man die Kapseln dann nimmt und ich stehe voll im Fettbottich, als ich frage :“Wie alt bist du denn?“ und sie mit einem schiefen Grinsen antwortet: „Ähm…Einundzwanzig…!“.

 

Letztendlich hat sie´s locker genommen und ich war froh, ihr kein Traubenzucker angeboten zu haben.



VIVA(sta) la MTV(ista)

19 03 2006

Begonnen, Musik auch anzuschauen und nicht nur zu hören, habe ich wohl irgendwann so um 1998, als ich noch in der Grundschule war und mit einem damaligen Schulfreund nachmittags auf Hessenfernsehn die Sendung „Clipmix“ oder so ähnlich geschaut habe. Danach haben wir meist selbst Radio gemacht und Kassetten besprochen und bespielt. Seine große Schwester war Take that-Fan, wir standen auf die toten Hosen, ich glaube, da war das Jägermeister-Lied grade aktuell. Damals hatten wir alle beide nur die Möglichkeit, zwischen ARD, ZDF und Hessenfernsehn zu wählen- Viva oder Mtv kannten wir nicht. Als ich dann mit 16 meinen eigenen Fernseher bekam, hatte ich gleich 30 Sender zur Auswahl und hab ziemlich viele Videoclips geschaut. Jetzt hat sich alles schlagartig geändert. Weder VIVA noch MTV machen ihrem Namen Ehre- die Musik nimmt vielleicht 30% der Sendezeit ein. „MusicTeleVision“ bedeutet MTV ausgesprochen. Bei VIVA haben meine Recherchen nichts ergeben. VIVA heißt einfach VIVA und steht heute für lächerliche Karaokeshows, in denen Ex-No-Angels-Mitglieder sich als Musikexperten aufspielen, und für etliche Serien, die alles andere als ernst zu nehmen sind. Musik ist ja eher eine Seltenheit und die Moderatoren…Ex-SaMaJoNa-Sängerinnen moderieren Singleshows mit dem allessagenden Titel „Jung, sexy, sucht…“ und hibbelige Gülcans quatschen ohne Punkt und Komma. Alternative war immer VIVA Plus, das sich aber auch nicht viel gibt. Als VIVA Zwei war´s absolut akzeptabel, jetzt läuft alles durcheinander, ab 10 abends dann noch das Quiz, präsentiert von irgendwelchen Models, die auch noch mit der Kunst der Rhetorik gesegnet sind, außer „Oh, schade, wieder falsch“, ist ja auch nicht viel zu sagen. Heute Mittag beim Zappen dann die Entdeckung, dass es den Quatsch jetzt auch vor 22:00 gibt…Was sollen dann all die nur tun, die noch keine 18 sind und sowieso nicht mitmachen dürfen? MTV holt da doch etwas mehr raus. Immerhin gibt’s „Specials“, mal ein MTV-Masters, wo´s Dokus über Musiker gibt oder die doch sehr unterhaltsame Show „Kuttner“, nicht zu vergessen die lustigen Beiträge mit Christian Ulmen oder all die Unplugged-Konzerte, wie das der Ärzte zu „Rock´n Roll Realschule, das ich ebenso oft gesehen haben dürfte, wie das der Toten Hosen im Wiener Burgtheater. Blöde, aber belustigend: „Date my mom, Dismissed und Room raiders.“ Ich hoffe, es gibt eine Trendwende und die Sender werden sich wieder bewusst, dass sie als Musiksender auch Musik spielen sollten. Schließlich sollen ja auch Erwachsene zuschauen, Sarah Kuttner spricht ja immer von ihrer „Zielgruppe“, den Studenten.



Charmant

17 03 2006

Kollege erzählt laut, Kunde betritt die Apotheke, ich komme um die Ecke.

 Kunde schaut nochmal seine Rezepte durch und weiß nicht, wen er vor sich hat:

 „Ach, Herr xy…“ (Bemerkt sofort den  Irrtum)

Ich: „Wenn Sie möchten hole ich Herrn Xy, dass er Sie bedient…“

Kunde: „Nee, nee, ist nicht so schlimm“.

 

Oh, da fühlte ich mich aber geschmeichelt und musste arg mit mir kämpfen, nicht rot anzulaufen :o )



Ein Koffer voll Musik und Freitag am Mittwoch

15 03 2006

Hab heute den 4. Kassettenkasten mit jeweils ca. 100 Kassetten heimgeschleppt. Mein Chef hat „früher“ von Schallplatte ganz viel aufgenommen und sich im Laufe der Jahre, während sich dann auch CD´s auf dem Musikmarkt etabliert haben, alle CD´s mit der bereits auf Tonband überspielten Musik gekauft. Also sind die Kassetten überflüssig und ich hab Freude dran, als reich beschenktes Mädchen. Da werde ich wohl ein Jahr für brauchen, bis ich die alle durchgehört habe. Der Brüller heute war „Blinded by the light“ von der Manfred Mann´s Earthband. Das Band mit den Stones und den Dire straights ist oft gehört worden, es eiert etwas. Aber sonst…super Qualität.

Meinen freien Nachmittag (der sich diese Woche am Freitag so wiederholt, dafür, dass ich Samstag dann auch bis halb 1 arbeiten gehen muss) hab ich im Bett verbracht. Ich hab´s echt genossen, als ich dann um halb6 wach wurde, hab ich mich etwas über meine mangelnde Disziplin geärgert, dann Kaffee getrunken und jetzt bin ich ganz frisch und ausgeschlafen. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, nen „Gemütlichen“ zu machen, im Schwingsessel endlich „High fidelity“ von Nick Hornby zu Ende zu lesen. Irgendwann muss ich ja dann auch mal „Erdbeere, Banane, Aprikose“ vom Literaturmeister  Helge Schneider anfangen, um dann bereit für Jean Jülichs Buch, das ich gewonnen hatte, zu sein. Letztendlich wartet ein Büchergutschein über 20€ noch auf mich, den hab ich bereits im Oktober von der Apotheke geschenkt bekommen zum 19. Mal sehn, ob ich mir was zum Privatvergnügen aussuche oder ein Buch zum Fortbilden, was die Apotheke betrifft. Letzteres lohnt wohl mehr, denn diese Bücher sind meistens nicht so ganz billig…