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Don´t cry for me Argentina…HEUL DOCH!

30 06 2006

War das ein Spiel. Immerhin mit dem Ausgang, dass „wir“ im Halbfinale sind. Ich schiele auf meine WM-Bahncard und freu mich. Also auch so. Bereits während der Arbeit hab ich schauen können, was Argentinien da mit Frings and friends anstellen wollte. Irgendwie fand ich das Spiel ziemlich kacke, alle waren total aggressiv, alle Freunde und so, aber dann so ein Gebolze. Gut, jetzt hat´s geklappt, das mit dem Elfmeterschießen haben Jürgens Jungs wohl drauf. Und Frings mag ich immer noch am liebsten. Während ich mich zwar freu, dass mein Land ganz nah am Titel ist, dennoch ruhig Blut behalte, höre ich das Gehupe. Unglaublich, wie leer die Straßen waren, als ich um halb7 nach Hause gefahren bin. Aber jetzt wird’s losgehen. Hoffe, dass die geladenen Argentinier ihren Kummer nicht in weitere körperliche Gewalt umwandeln. Süß auch, wie Schweini seinen Manager beschützt hat. Die Woche war jedenfalls ziemlich anstrengend, ich war eigentlich schon am Dienstag Matsch, umso besser gefällt mir der Gedanke, dass ich es endlich geschafft habe…für zwo Tage jedenfalls. Heute Abend bin ich dann in Frankfurt in der Batschkapp, hoffe, es wird nett und dass ich vergesse, dass ich eigentlich total müde bin. Darf eben kein Bier trinken, das macht noch müder. Morgen treff ich meine Kolleginnen aus der PTA-Ausbildung, werden nach Darmstadt in den Biergarten gehen. Ach ja…fachsimpeln. Übrigens haben die Red hot chili peppers ne neue Single, nach „Dani California“ ist „Tell me baby“ raus und ich finde, das war klug, weil das echt n Ohrwurm ist, der ordentlich reinhaut. Eigentlich gibt’s auch keine Nicht-Auskoppel-würdigen Songs auf dem neuen Album. Naja, ziemlich müde wie ich bin, räum ich n bisschen meinen Saustall auf, pack meine 7 Sachen, lass mich abholen und hab nen schönen Abend. Inklusive Ohrstöpsel. Denn Tinnitus geht ja ma gar nicht! Und mittlerweile- das muss ich mal hier anmerken, für die, die denken, nur Uncoole haben Ohropax- tragen ziemlich viele, auch gutaussehende Menschen Dämpfer im Gehörgang. (Übrigens haut Youfm grade alle Siegerhits raus, und der Gedankengang gleicht meinem „Don´t cry form me argentina“ gesungen von Madonna. )



Offene Arme für den Sommer

26 06 2006

Ich hab das perfekte Wochenende hinter mir. Mein Schlafbedürfnis war groß, wurde aber ganz gut durch meine Aktivitäten unterdrückt und ich denke, das tut mir gut, weil ich oft so schwach werde, wenn mich die Müdigkeit überfällt. Junge Junge, ich will mein Leben ja nicht verschlafen, sondern erleben. Freitag also bin ich mit ner Freundin, deren Schwester und noch wem in die Nähe von Wiesbaden gefahren auf eine Grillzusammenkunft mit freundlichen Jungens und Mädchens, Biersteaks (nicht zu verwechseln mit den lauten Beatsteaks), Cola und Skisocken. Und vielem mehr. War nett, vor allem, weil ich die Leute nicht kannte, mich auf das Neue gefreut habe und nicht enttäuscht wurde. Jetzt grade schwitz ich ganz schön, aber ich brauch Licht zum Tippen, deshalb wäre es für die Mücken nur eine Einladung, würde ich das Fenster öffnen. Nun gut, Samstag bin ich mit V. dann nach Heidelberg mit dem Zug. 31,80 mit meiner Bahncard für uns beide. 32, hätten wir ein Wochenendticket genommen. Keine wirkliche Ersparnis durch meine Bahncard, aber ich bilde mir ein, dass meine Bahncard allein verantwortlich für den Preis war und das macht mich froh. Hat sich ja eh schon gelohnt- ich sach nur Berlin. Jau…was ich mich freu! Jedenfalls erwartete uns Heidelberg von seiner Sonnenseite, hab ganz nette Sachen gefunden und alles in allem war es einfach nur schön. Möchte betonen, das mir auch der Besuch im HD-Starbucks gereicht hätte. Denn „psssst“, der ist noch gemütlicher als der in Berlin. Jetzt bin ich um ne Jeans, einen solchen Rock, eine Sonnebrille, eine Flasche Melonenlikör und eine Sonnenbrille reicher. Und um einen orangenen Liegestuhl. Ich finds saulustig, von dem Liegestuhl zu berichten, wo dich jeder anschaut und sagt „Du hast se ja nicht alle, kaufst in Heidelberg nen Liegestuhl?“. Oh Mann! Hätte ich den nicht zugeklappt leicht tragen können, hätte ich ihn nicht gekauft. Und wer das Fett nicht ausm Biersteak schneidet, der kann auch Liegestühle tragen! Und wie ich konnte. Aktuell: MADSEN mit „Du schreibst Geschichte“ gerade im Radio. Schön. Erinnert mich an die MTV-Campusinvasion vor paar Wochen. Und daran verschwende ich gerne den ein oder anderen Gedanken. Stichwort „Phoenix“, aber das gehört chronologisch gesehen erst an ein anderes Ende dieses Textes. Weiter gings dann, als ich gegen halb9 zurückwar aus Heidelberg, erschöpft, wieder zu V., dazu kam dann auch die Freundin, die mich zur Grillfete mitgenommen hatte und wir haben „Lola rennt“ geschaut. Dabei Berentzens-Lifestyle-Alkohol-Säfte getrunken. Nicht allzu spät bin ich dann auf meinem goldenen Klapprad heimgeradelt. Ein Stück ist K. neben mir hergefahren, damit ich nochmal ein bisschen das neue Billy Talent-Album mithören kann. An der Körnergasse trennte sich die Spreu vom Weizen, bzw. die Sandra von der K. Sonntag konnte ich endlich ausschlafen, dann lag ich die orangene Liege liegend aufm Balkon ein und später sind wir in der Samstagabendkonstellation nach Darmstadt zum Schwimmen im Woog gefahren. Die Anmachen werden auch immer primitiver: Der eine krault mit geschlossenen Augen, haut dir fast eine runter, merkt es noch (war das Vorsatz?) und sagt „Ups“. Der nächste Spezialist platscht einem sanft Wasser ins Gesicht. Danke, das kann ich auch von 4-Jährigen Kindern neben der Rutsche haben. Krönend abgeschlossen haben wir das Wochenende mit einem Besuch im geliebten Pueblo, war alles lecker, gut, zuviel und schön. Sogar die Mucke durften wir aussuchen. House oder Südamerikaflair.

Heute war ich dann zum Glück erst um 10:30 zum Arbeiten eingeteilt, das war gut. Mittags hat der Chef Eis spendiert, das war so gut, obwohl ich dann viel zu tun hatte, sodass mein Eis zwar noch kalt, aber doch etwas flüssig war an einigen Stellen. Egal, meine Vorfreude auf den Media Markt nach Feierabend war größer als alles andere. Wusste ja, was ich wollte, also reichten gezielte Griffe. Dazu folgende  CD-Tipps:

Billy Talent –Billy Talent II (Würdiges Schreien „Whisper whisper“, schön musikalisch gelungen und Freunde sagen, das Konzert wäre gut gewesen)

Lost prophets – Liberation transmission (hab ich noch nicht reingehört, altes Album war aber gut, gerade läuft n Song im Radio, der klingt gut und die Moderatorin sagt, das sei wohl das beste der 3 Alben. Das 2. Album hab ich, das gefällt, also wird das hier auch gut sein)

Phoenix- It´s never been like that (Live gesehen bei der Campusinvasion, die Jungens waren sehr sympathisch, sind 2 Meter entfernt von mir vorbeigelaufen und wir haben uns angeschaut. Nett. Chillig. )

AFI (Emocore, frisch)

 



Was mein Hirn so sagt.

22 06 2006

Spontanaktionen sind total klasse. „The kooks“ klingen am besten bei fahrendem Auto, offenem Fenster und Sonnenbrille und Tempo 70. Mulmige Gefühle kehren sich im Nu in gute solche um. Ich mag Nudeln. Im Altenheim wird man um 19:00 zu Bett gebracht. Ich bin wahrscheinlich langsam über eine rote Ampel gefahren. Nachfragen ist besser als einfach denken, wenn es einem später bewusst wird. „Julia“ ist keine Mädchenband. Beige Lederarmbänder sehen auf brauner Haut geschmeidig aus. Die „Klamotte“ in Sprendlingen  ist meine neue Trinkengehoption. Ginger Ale rockt die Zunge und auch Maracuja- wie auch Kööörschsaft sind nicht zu verübeln. Ganz schön viel Polizei gestern. Bei „The doors“ sitzt es sich gut auf kaffeebraunen Ledercouches, selbst wenn man von Gemälden umgeben ist, auf denen nacktbusige Frauen zu sehen sind. Es ist schön, ohne schlechtes Gewissen um Mitternacht heimzukommen, obgleich man am nächsten Tag arbeiten muss. Waldmeister-Vanille-Bonbons schmecken total gut. Meine Wochenendplanung bereitet mir Vorfreude. Der Gedanke an meine ausnahmsweise stattfindende 48-Stundenwoche nächste Woche bereitet mir Sorgen und Willen zum Ehrgeiz. Nicht schlafen können, weil es so heiß ist, ist unangenehm.

Das war…ein Einblick in meinen Kopf gestern.



Und was schleckst du so?

20 06 2006

Was könnte es denn bitte besseres geben, wenn die sommerliche Hitze die Schweißporen strapaziert, als seine Geschmacksknospen mit kühlem Eis zu streicheln? Okay, ich stelle fest: Eigentlich nichts. Nächste Frage, die sich stellt, ist die Suche nach dem besten Eis. Und da gibt’s ja ordentliche Unterschiede. Die wenigsten Grenzen bietet die Eisdiele. Der Eissalon. Der Eismann. Wer auch immer all die Sorten in den großen rechteckigen Metallbottichen verkauft. Du kannst dir überlegen, ob Milch- oder Fruchteis. Im Becher. Dem aus Pappe oder dem aus Plastik. Oder in der Waffel. Je nachdem, ob die Kugel 50 Cent kostet, was in Deutschland ja auch langsam zur Ausnahme wird, oder bereits 70, überlegst du dir, wieviele Kugeln du dir gönnst. Mein Standard sind 3. Schon immer. Die einen verlangen Kugeln, die anderen Bällchen. Ich sag Kugel, obwohl…könnte mal ne Ruhige schieben und ganz niedlich nach Bällchen verlangen. Zitronen- und Kirscheis gewinnen meistens, Waldmeister ist schön grün. Zartbitterschokostücke im Eis rocken mich auch enorm. Eigentlich würde mir jedes Eis schmecken, solange nur Schokobrocken eingerührt sind. Selbst Schokoeis, das ich neben den Standards Vanille und Erdbeer meistens gleich links liegen lasse. Nebenbei bemerkt: Auch hier gibt´s Unterschiede: Die einen verlangen „Vanille“, andere „VanillJe“. Völlig schwachsinnig halte ich diese blöde Sahne auf Eisbechern. Könnte mich jedes Mal ohrfeigen, wenn ich vergessen habe, zu sagen, dass ich keine will. Oder weniger als normal. Ja, natürlich ist das eine Maßnahme, Hüftgold zu vermeiden! Hat aber auch nen anderen völlig plausiblen Grund: Die Sahne wird meistens über das eigentliche Eis gehauen. Kirsche obendrauf, Likör drüber, sieht schön aus. Wäre es ein Sahnehäubchen. Ist es aber meistens nicht. Es ist ein Haufen. Und wenn ich mit der Sahne fertigbin, bin ich viel zu satt für mein Eis. Mit dem Fertigeis verhält es sich anders. Allein das Langnese-Logo. Dieses fröhliche spiralförmige Herz, das dir sagt, dass Eis Liebe ist. Und ich kenne nur eine einzige Person, die kein Eis mag. Unvorstellbar! Ob es nun das Dominoeissandwich aus Vanille ist oder der Superchecker in Fürst Pückler: Eis mit Waffel rockt! Kein Stiel, an dem was runterlaufen könnte, perfekt. Besonders erfrischend das Capri oder der Flutschfinger. Spaß ohne Ende mit einem meiner Favourites, dem Bumbum mit Kaugummistiel. Nach einem Magnum bin ich voll bis obenhin. Ganz anders beim fruchtigen Solero. Calippo! Macht das einen Spaß, dich hochzuschieben und später auszutrinken! Und wenn du signalisieren willst, dass du figurbewusst durchs Leben gehst, schickt es sich, ein Buttermilch Cornetto zu schlecken. Eis geht immer.



Tag am Meer

18 06 2006

Naja, kleines Meer, See…Tümpel. Wobei letzteres nur beschreibt, dass der Darmstädter Woog ein verhältnismäßig kleiner See ist. Gegen den Bodensee beispielsweise schmiert er sofort ab Deshalb ist der Woog auch nicht auf der Deutschlandkarte eingezeichnet und man kann auch keine Woogseeaufkleber für sein Auto kaufen. Trotzdem mag ich dieses Wasser, das früher mal der Feuerwehr gedient hat zum Löschen und früher wie heute mitten in der Stadt zum Schwimmen einlädt. Den Hochzeits sieht man von der Seite und man kommt sich eigentlich nicht ins Gehege, kann prima entlangschwimmen soweit man will, es ist auch genug flaches Wasser für die kleinen Menschen da. Und bei Temperaturen wie heute, also um die 30 Grad hat das kühle Nass selbst laue 25. Wäre mir zum Duschen zu kalt, zum Schwimmen ist es aber optimal. Hatte einen tollen Sonnenliegeplatz. Das war wohl auch der Fehler, meine Oberschenkel sind auf ihrer Unterseite recht rot. Naja, Schuld war eigentlich nicht der Liegeplatz, sondern meine Unlust, auch noch die Beine einzucremen. Soviel Sonnenbrand wie dieses Jahr hatte ich wohl noch nie. Was ich ziemlich mag sind die vielen Enten, die es am Woog gibt, die watscheln popatscheln dann so durch die Gegend, quaken direkt neben den Liegematten auf denen dicke Frauen Pommes essend, die selbst gebastelten Zeitungspapierhütchen auf, sitzen oder wo junge Menschen NEON lesen. So wie ich und der Mann schräg gegenüber. Tja, ich hatte schon die Neue, schließlich bin ich jetzt Abonnentin. So, jetzt will ich nicht mehr sitzen, meine Oberschenkel bitzeln und brennen.



12 Stunden Dauervergnügen

17 06 2006

Vor meinem Tor begann heute Morgen um 10 mein wundervoller Tag und dort endete er auch. Der vom letzten Wochenende schon bestens bekannte Bluebird, besetzt mit meinen beiden Miezekatzen, flog uns drei spaßverlangenden Mädchen gen Pfalz. Dort gibt’s tolle Mohnfelder und den Holidaypark. Letzteres war unser Ziel. Für 23 Euronen hatten wir freie Fahrt. War schon gleich sehr enttäuscht, als ich am Eingang las: „Zur Zeit außer Betrieb: Die Teufelsfässer“. Zum Teufel nochmal, auf die hatten wir uns so gefreut, nicht zuletzt wegen der wässrigen Abkühlung…die gute Wildwasserbahn. Als wir vorbeiliefen, erblickte ich einige Jungens im Blaumann…die hatten die Bahn bald wieder repariert und so kamen wir am Nachmittag doch noch dazu, uns abzukühlen. Die 40 Meter hochgebaute Achterbahn, die steil im 90°-Winkel dem Boden entgegenrast, ist wohl das Einzige, was mir noch Bauchkribbeln verschafft. Irgendwie war ich recht unbeeindruckt von dem Nervenkitzel, den es früher immer gab…das war alles nur noch Spaß :) Nur den Freefall-Tower betret ich wohl nie mehr.  Nun gut, jedenfalls haben die G-Force-Betreuer von allen die schönsten Uniformen an…so Survivallook. An der Wildwasserbahn müssen sie weißgelbgestreifte Hemden tragen zu grauen Hosen. Etwas strange auch Aufpasser Arne-Ralf , der uns erst in der Buh-Geisterbahn vor dem Einstieg im Dunkeln auf die Füße leuchtete und dann am Donnerfluss meinte, uns wiederzuerkennen. Ich erkannte ihn auch wieder, nur war mir bei Tageslicht klarer, dass er wohl Dieter Bohlens Bruder sein muss. War ihm wie ausm Gesicht geschnitten, schnipp schnapp. Trashig wie immer die Wasserskishow…warum tu ich mir das immer an? Vielleicht einfach, weil Trash witzig ist. Ich steh drauf…ich bin nicht so der Showangucktyp, deshalb brauch ich was zum Lachen. Dazu brachte mich die nicht ganz so exakt geschnittene Celine Dion-Begleitmusik und „Wakeboarder Jordan“, der beim Abschlussbild, als alle graziös in ihren Schwarzrotgold-Anzügen die Arme empor hoben, nur genervt zur Seite schaute. Alles in allem wars n schöner sonniger Tag, bloß war man früher überwältigter von solchen Attraktionen, wie heute. Auf der Heimfahrt hatte ich den Eindruck, wir wären alle müde, doch dann hatte eine von uns den Einfall noch was zu machen, irgendwo was zu trinken gemütlich…A5, Darmstadt, optimal. Abfahrt Richtung Stadtmitte, Kasinostraße, Rhönring, Heinheimer, Café Chaos. Wohin sonst?

Und morgen will ich in den Woog.

 

 



Der Feierabend vor dem Feiertag

15 06 2006

Erst gestern Nachmittag ist mir eingefallen, dass Deutschland gegen Polen spielen würde abends. Eigentlich wollte ich mir das dann anschauen, meine Vorfreude auf den Mädchenabend im Pueblo war aber größer. Bis auf M´s aufgeschminkte  Deutschlandfahne aufm Dekollete, die mein böser Autogurt dann verwischt hat, waren wir weniger fußball-auffällig. Angekommen an unserem Ziel empfing man uns mit dem Satz „Mädels, heute habt ihr freie Auswahl“. Alles leer. Bis auf die Sitzecke, wo eher das Personal saß und gebannt auf den Fernseher schaute, der auf der Bar aufgestellt war. Der Chef ist ein ziemlich netter Chef, der uns einlud, uns auch da in diese Ecke zu setzen und mitzugucken. Cocktails gabs dann ausnahmsweise alle für 3,50… Muss sagen, das war wohl die beste Atmosphäre, die ich je beim Fußballgucken hatte. Nicht, dass ich mich von solchen Massenguckevents reizen lassen würde, aber so war das echt gesundes Mittelmaß. Und der Cocktailmacher hatte sich sein Trinkgeld redlichst verdient, schließlich hat er was vom Spiel verpasst, weil er uns bedienen musste. Naja, und die harten Mädchen an der Bar, die Tequila trinken wollten, obwohl sie noch keine 18 waren. 2 Cocktails und 1 Tor später sagten wir adieu und stapften zur Konkurrenz ins Café Chaos. Wildes Gehupe begleitete uns schon aus allen Richtungen und sogar die kleine Trinkhalle am Parkplatz hatte ne Leinwand ausgerollt, vor der biertrinkende Menschen, deren Bäuche ausschauten, als würden sie oft Bier trinken, zugeschaut hatten. „Drüben“ konnte man schön draußen sitzen, das Gehupe mit anhören und den lauen Sommerabend genießen. Ich für meinen Teil hab das wohl. Die Rückfahrt gestaltete sich etwas aufregend, an der Ampel lieferten wir uns einen musikalischen Übertrumpfwettstreit mit dem Auto vor uns, das uns mit Hiphopbeats beeindrucken wollte. Gut, dass wir mit starkem Emo kontern konnten. Auf der weiteren Fahrt glaubten wohl einige, die Deutschlandfahne um die Schultern mache sie unverwundbar. Wahrscheinlich liefen sie deshalb so unachtsam auf die Fahrbahn oder beschlossen, all die Regeln der Fahrradverkehrsschule rebellisch zu kicken und mal ganz evil nebeneinander rumzuradeln, statt hintereinander. Bin ich ein Autospießer…aber im Ernst, selbst die größte Euphorie sollte einen nicht dazu veranlassen, leichtsinnig zu werden.

 

Ansonsten stelle ich fest, dass die „Du bist Deutschland“-Kampagne richtig gut zeitlich angesetzt war. Das, was man uns mit „Du bist Goethe“ usw. einbläuen wollte, haben wir kopfmäßig kapiert, jetzt gibt’s die Chance, es auch zu zeigen. Bei N24 war Schily eingeladen, der tatsächlich das Gefühl hat, dass in unserem Land wieder ein gewisser Patriotismus einkehrt. Gerade die Jugend würde in die Tat umsetzen, dass Deutschland offener geworden sei. Ich bin mal gespannt, ob das nach der WM auch noch so ist.



Es ist Sommer, egal ob man schwitzt…

13 06 2006

 

 (das ist das einzige Lied, das ich mag von den Wise Guys)

Für die meisten steht fest, dass jetzt Sommer ist. Auch für mich! Wenn du ins Auto einsteigst, dein Lenkrad unter deiner Hand fast beginnt, zu schmelzen und du dir den Hintern am Sitz verbrennst und vor lauter Heißluft deines vielleicht ebenfalls dunklen Autos, nach Luft japst…dann ist wohl Sommer. Passt nicht so zusammen mit meiner Erkältung. Bald ist es aber ausgestanden. Konnte heute früher gehen, bin dafür nächsten Mittwoch länger da.

Kurzerhand packte ich den Schwingersessel auf den Balkon, der einem Grill gleicht und mich mir vorkommen lässt, als sei ich das Bratwürstchen, das jetzt gleich ordentlich schwitzen wird. Der fette Käfer mit ausgetrocknetem Chitinpanzer und ebenso furztrockenen Flügeln hat das jedenfalls nicht überlebt. Da ich mich vor ihm ekle, obgleich ich nur seinen Bauch angeschaut habe, liegt er immer noch tot da. Sicher knirscht es sehr widerlich, wenn man drauftritt. Tu ich aber nicht. Nun, so lag ich also grade da in meinem Sessel, die zweite Hälfte des Musikexpress lesend. Adam Green muss ganz schön durchgedreht sein auf seinen Konzerten. Ich mag ihn einerseits wegen seinem gelungen inszenierten Hang zum Anderssein, jedoch mag ich ebenso wenig, wenn man mutwillig zwingend anders ist…sodass es nicht mehr echt ist. Da ich das nicht beurteilen kann, was ist und was nicht, beschränke ich mich weiter darauf, dass Adam nen netten Namen hat und komisch aussieht. Ich schwitz nicht gern, habe das aber so direkt unter der Sonne getan und mich deshalb entschieden, wieder reinzugehen. Die oben erwähnte Zeitschrift ist jetzt durchgelesen, manches wurde ausgelassen aus Desinteresse, anderes verschlungen und nun sind die Bildchen bereit dafür, ausgeschnitten zu werden und im Timer Platz zu nehmen.

 

 



Hurra, wir fliegen

11 06 2006

Nachdem ich gestern früh gearbeitet habe, sind das Geburtstagsmädchen und ich im Nissan Bluebird gen Süden gedüst, ja beinahe geflogen. Strahlender Sonnenschein sollte uns begleiten. Was war das aufregend! Wir sind schon recht lange befreundet und haben, als der Führerschein noch in weiter Ferne schien, uns immer erträumt, was wir denn alles machen, wenn wir fahren können. Jetzt können wir das und diese Tour war die erste Richtige für weiter weg. Die A3 führte uns straight nach  Würzburg, Aschaffenburg stockte etwas…Stau. Nun gut, wir hatten prima Musikkassetten dabei, der Mexicofan mit Fahne und Sombreros im Corsa unterhielt uns etwas und versuchte uns für seine Mannschaft zu begeistern. Es blieb beim Versuch ;) In der Stadt angekommen, verfehlten wir unser Ziel direkt mal und folgten den Hinweisschildern zur anderen Uni, an der keine Campus Invasion stattfinden sollte, sondern nur tote Hose war. Ein liebes Studentenmädchen erklärte uns aber den Weg zum „Hubland“, wir hubten klanglos und drehten um. Parkplatz sicherheitshalber gleich gesichert, denn wer weiß, was oben losist. Resultat unserer weiblichen Intuition:  15 Minuten Berg hochlaufen und oben lauter Parkplätze vorfinden. Seeehr gut! Immer noch Sonne, also kein Grund zur Panik. Und schon waren wir drin. Mitten dabei auf einem Konzert, das uns viel Freude bereiten sollte. Die ganze Zeit war ich überzeugt davon, dass Markus Kavka auf der „Singstar rocks“-Bühne wäre, was ein Trugschluss war. Patrice stand da oben. Schade. Nun gut, immerhin war die auch live und in Farbe sehr belustigende Nora Tschirner zum Moderieren eingeteilt. Madsen waren ziemlich gut drauf und der Gartenschlauch, der immer wieder in die Menge geschwenkt wurde, war, nicht zuletzt, weil er einen schönen Regenbogen erzeugte, eine Freude. Im Anschluss dann „Phoenix“ aus Frankreich, die ich echt prima und außergewöhnlich fand. 2 Meter entfernt stand ich von ihnen, als sie plötzlich einfach so alle an uns vorbeiliefen zum Interview aufm Beck´s-Waggon! Ja, auch der Bassist, der bei dieser Hitze eine bis oben hin geschlossene Lederjacke trug.. der Freak. Weiter gings mit Max Herres Torte, Joy Denalanae, die irgendwann nur noch auf Englisch was zu ihren Liedern sagte, damit ihre Band sie versteht. Nun gut, ich muss zugeben, dass wir Joy bloß fleezend auf der Wiese zuhörten, ohne Anstalten zu machen, ihr zuzugucken. Nur mal geblinzelt, was sie denn anhat, haben wir (Mädchen). Ziemlich toll waren MIA, wie erwartet. „Tanz der Moleküle“ ist eigentlich schon unschlagbar mein Sommerknaller. Meine Bedingungen zum Sehen waren auch recht gut, ich stand ziemlich gut vorne, wo ich voll den Durchblick hatte. Die blonde Hupfdohle vor uns nervte, die Idee, ihr das Oberteil, das nur am Hals gebunden war, zu öffnen und sie so loszuwerden, konnte wieder verworfen werden, weil sie bei „Hungriges Herz“ sowieso mit ihrem einen Kopf kleineren Macker euphorisch nach vorne stürmte. Auf Gentleman hatte ich mich sehr gefreut, hatte letztendlich einen total schlechten Platz und Leute, vor mir, die mir bei seiner Ansage „People get crazy“ auf die Füße sprangen. Die Aftershowparty ließen wir sausen, sind dafür dann in ne Bar in Würzburg direkt. Mit einem prolligen „Und tschüss“ einer meiner Begleiter verließen wir diese Bar wieder, schlangen Geburtstagsbiskuitrolle aufm Parkplatz.

Jetze bin ich wieder da, werde gleich mal schlafen und dann…nochmal zum Geburtstagskind.

Geplagt bin ich mit ein bisschen Sonnenbrand auf den Schultern, Schnupfen und Husten. Von allem nur ein bisschen, aber genug, um sich irgendwie fertig zu fühlen. Naja, für das Erlebte hat sich’s gelohnt, also wird jedes Tempo mit Würde vollgeschnäuzt.



Gebongt sind die 25%!!!

9 06 2006

Jetzt, wo „wir“ die schmucken Costa Ricaner 4 zu 2 geschlagen haben, ja, geradezu verprügelt, steht für mich fest, dass meine Bahncard mindestens bis 31. August gilt. Prima!
Eigentlich wollte ich das Spiel gar nicht gucken, habs aber doch getan. Und muss zugeben, dass ich es doch ganz interessant fand, schließlich sind es ja meine Landsleute, die sich da die Hacken ablaufen, um Deutschland gut dastehen zu lassen. Und da ich Deutschland bin, sollte mich das nicht kalt lassen. Passend, dass die NPD-Demo in Gelsenkirchen genehmigt wurde. Da sträubt man sich gegen Aussagen wie „Deutschland hat Orte, da sollte ein Farbiger besser Abstand von halten“ und genehmigt, dass die Glatzköpfe marschieren. Was soll denn da die Welt von ihren Gastgeberfreunden halten? Das ist doch grade das Bild, das wir loswerden wollen, immer mit unserer geschichtlichen Vergangenheit konfrontiert zu werden…
Generell empfand ich mit Costa Rica großes Mitleid, einfach, weil sie die ersten sind, die verloren haben, andererseits hab ich mir vorgestellt, was es für ein Gefühl sein muss, das erste Tor zu schießen einer ganzen Weltmeisterschaft. Oder wie es sein muss, wenn du wie Klose Geburtstag hast und eigentlich nur n Tor machen willst und das dann gleich doppelt passiert…Bestimmt wird man mich bei den deutschen Spielen auch vorm Fernseher vorfinden, jetzt wo ich erstmal angefangen hab, zu gucken. Nett allerdings, dass alles kommentiert wird, so kann man „Musikexpress“ lesen und gleichzeitig zuhören, was aufm Rasen passiert.
Ansonsten hat der Mann, der Marmor, Stein und Eisen als bruchresistent im Vergleich zu Liebe erklärt hat, das Zeitliche gesegnet. Drafi. Ich grüble, ob ich ein zweites Lied von ihm kenne.