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Schlaf Kindlein schlaf

17 08 2006

Schon der vierte Tag dieser Woche, an dem ich es nicht hinbekomme, früher als halb12 aufzustehen. Es macht so großen Spaß das Schlafen und da ich mir für diese Woche keine Ganztagsbeschäftigungen vorgenommen habe, besteht auch kein überzeugender Grund, trotzdem unnötig sich selbst ausm Schlaf zu reißen. Jeden Abend dachte ich trotzdem, dass es einen Grund gäbe, nämlich einfach aus Prinzip früher aufzustehen, was ich mit dem Weckerstellen in die Tat umsetzen wollte, dies aber direkt morgens bei Weckerklingeln durch Weckerausschalten wieder verworfen habe. Vorgestern hatte ich jedenfalls ein gutes Gewissen beim Ausschlafen, denn der vorige Abend fand für mich im Dieburger Biergarten statt. Das ist echt ein Phänomen, also diese Säule. Ziemlich gut finde ich dort im Gegensatz zur Batschkapp, dass es abgetrennte Bereiche zur Tanzfläche gibt. Diese ist nicht allzu groß, aber groß genug und eher in ner Ecke, der Rest ist Bereich zum Was-Trinken und Sich-Unterhalten. Dienstags spielt der DJ also nen Teil Indie und sowas, dann gibt’s nen Hardcoreteil, bei dem sich Zombies und Normalos wütig tanzend um die mittig stehende Säule drehen und dann rutscht das Ganze wieder ab in das „We are scientists“ und „Billy Talent“-Geplänkel und selbst die Slipknotdoubles tanzen fröhlich hin und her. Für mich wars großer Spaß. Gestern war ich dann wiedermal in Darmstadt, war ganz nett. Jetzt hatte ich mir gewünscht, das bestellte DSL-Paket käme noch innerhalb meines Urlaubs. Brav, vorhin kam´s. Packte gleich mal das Starterpackage aus und wollte mich ans Anschließen machen…allerdings fehlen uns da Öffnungen an der Telephonbuchse…Lösung des Problems: Mehr Steckerplatz, muss man also neu kaufen. Abgesehen davon, dass mein Brüderlein gerne prahlt, was er alles reparieren kann usw. muss ich ihm zu Gute halten, dass er von Technik und Computer und solchem Kram wirklich schon ne Menge Ahnung hat und so werden wir wohl in trauter Einheit morgen die Buchse besorgen, er hat schon ne Skizze gemacht und wird das dem Verkäufer bestimmt ganz präzise beschreiben können, was wir da genau brauchen. Und dann wird es angeschlossen sein und ich kann endlich aus meinem Zimmer bloggen mit meinem PC. In Vorfreude auf den Abend mit meinen 2 Miezen und den Film „Muxmäuschenstill“ ähm, Muxkätzchenlaut, sag ich adieu, bis zum nächsten Mal.



Neues Musike

14 08 2006

„Sommer unsres Lebens“, wer kennt es nicht. Die eigentliche Frage ist ja auch eher „Wer ist das?“. Erst wiegt man sich in totaler Sicherheit, ein Herr Naidoo müsse das sein, doch dann hört man von den Zweifeln anderer und den Erklärungen der Radioanstalten. Es ist ein anderer, einer, der mit einer Naidoo täuschend ähnlichen Stimme gesegnet ist. Im Radiointerview hört man Herrn Hämer reden. Anders, als Naidoo. Einige Albumsongs werden gespielt…und das Ratespiel geht weiter…alles klingt selbst für mein äußerst geschultes Gehör verdächtig nach Naidoo. Kann man dafür jemanden verklagen? Juckt es Naidoo überhaupt, dass da draußen jemand mit seiner Stimme rumläuft und gerade anfängt, damit Geld zu machen? Nicht meine Probleme, ich hab grade keine echten. So war ich also im Elektrogroßmarkt und habe neue CD´s gekauft. „Goodbye Logik“ von Madsen, wie schon gesagt, blöde Kritiken. Aber von denen lass ich mich nicht irritieren. Das Booklet hätte man allerdings aufwändiger gestalten können…schwarzweiß ist cool, aber irgendwie wirkt das hier nicht bewusst schlicht, sondern lieblos. Madsens, ich lieb eure Mucke, dann gebt mir doch n bisschen Liebe zurück via Booklet! Gestolpert bin ich über die mickrigen 5 Euros, die man für das ja doch einigermaßen aktuelle Coldplayalbum „X&Y“ haben wollte. Zack, ab damit in den Einkaufskorb in Form von 2 Händen. Deutschsprachige Ecke. Das Schrottgrenze-Album wollte ich. Habs noch nicht durchgehört, aber ist schon fein…tolle Aufmachung, weißcremefarbenes Cover mit Köpfen der Bandmitglieder, allerdings ohne Gesicht. Coole Idee, gefällt mir alles auch innen. Und von mir aus muss es keine Kunststoff-CD-Hüllen mehr geben- I love the Papphüllen! 2 Filme gingen auch noch mit. Nun gut, auf in den 2. Urlaubstag der letzten Arbeitswoche. Morgen geht’s in den Dieburger Biergarten zum Tanzen. Hoffe, sie sind gnädig und spielen nicht nur Hardcore, sondern denken auch an mich und machen einen auf Indie und so. Ich lach jetzt schon über die Säulenanbeter.



Dow Jane Index

13 08 2006

Hamburg, Anne hat einen Kiosk, jeden Morgen kommt der Büromensch, den sie nach jedem Tag „Einmal die Zeitung hier und nen Kaffee…nen Kaffee…nen Kaffee“… „Ähm…ja, der Kaffee hihi…1,90 ja…hups“ mehr begehrt. Der alte Karl schaut jeden Tag diesem Gestammel zu und gibt ihr den Tipp, sich einfach mal vorzustellen. Vor dem Spiegel geübt, verwirft sie diesen Plan wieder. Wenn man in einem Kiosk arbeitet, hat man schließlich Frauenzeitschriften da…“Grazia“ beinhaltet diesmal, wie man seinen Dow Jane Index erhöht, damit einem die Männer bald zu Füßen liegen. Die Titelfiguren, in Abendkleider geworfene Grazien werden lebendig und lauern beim nächsten Morgendialog im Kiosk, während Anne sich selbst in eine graziöse Anne verwandelt hat, hinter dem Vorhang. Der Plan geht nicht auf, Andi, wie man später den Namen des Angebeteten erfährt, fährt gar nicht auf Anne ab, nur weil sie jetzt anders ist. Schick angekleidet und geschminkt Karl betritt wiedermal den Laden, Anne weist ihn zurück, muss ihre Enttäuschung erstmal verdauen. Einige Zeit später sieht sie den Notarztwagen blinken, der wegen dem verstorbenen Karl gekommen ist. Und sie hatte ihn weggeschickt…wegen dem Dow Jane Index, den sie erhöhen wollte…bedeutet, „Grazia“ muss schreiend vernichtet werden, zerrissen von der hungrigen Maschine. Wieder völlig ungraziös steht Anne am nächsten Tag im Kiosk und traut sich, mal einen anderen Dialog als „Zeitung, Kaffee, 1,90“ zu führen. Nämlich „Hallo, ich bin Anne“. „Ich bin Andi“.

Das war mein Lieblingsfilm gestern Abend, wie ich es mag und wie meine Eltern sagen würden „Aus dem Leben gegriffen“.

 

Ich bin nur Filmkonsument, kann aber keine machen und verstehe nix davon, aber wie ich mitbekommen habe, hat Kodak das Super8-Format aus dem Programm genommen. Und scheinbar macht das einige Filmemacher traurig. Bester Super8-Film war für mich „Frankenbert“. Aus PEZ (kennt das noch wer?) Bonbonschienen mit Sesamstraßenköpfen hatte man diesen Film gemacht, in dem also Frankenbert sich selbst klont. Neben Bert treffen wir alte Bekannte wieder, Ernstein und das Krümelmonster. Dialoge durch Comicblasen angezeigt.

 

Zu krass selbst für mich war „Hiyab“, in dem es um einen verlassenen Tempel irgendwo in Asien zu gehen scheint, in dem Menschen aus ihrer Not, kein Trinkwasser oder feste Nahrung zu haben, regelrecht zu animalischen Bestien werden. Man sieht halt alles…wie sie verzweifelt versuchen trockenes Holz zu essen, wie sie Hunde schlachten, Würmer essen bevor diese sie selbst aufessen, wie sie auf die stürzen, die bluten, um deren Blut zu trinken  und wie sie versuchen, sich zu beweisen, dass sie doch noch Gefühle haben.

 

Von halb10 bis 1 hatte ich also für 3€ freiwilligen Beitrag einen wundervollen Button an der Brust und tolle Filme gesehen. Man sitzt vor einer riesigen Leinwand auf etlichen Bierbänken und leider kriegt man auch alles mit, was vor und hinter einem mehr oder weniger leise gesagt wird…“Oh Mann, den Film kenn ich schon, hab ich schon tausendmal gesehen…oh, kann ich nicht mehr sehn, ja, gleich fällt die Katze runter“ Arrrrgggg! Sowas nervt. Ansonsten wars sehr kalt, was wir wussten und dementsprechend Klamotten dabeihatten und Decken, es gab einen Sternenhimmel über uns und Sternschnuppen. Zuviel Moderation vielleicht, aber sonst so toll, dass ich vielleicht heute Abend nochmal hingeh.



Pop around the clock

12 08 2006

3Sat zeigte bisher 2 Mal im Jahr einige Stunden hintereinander eine Reihe von Konzerten und hat dies jetzt zu meiner Freude auch ins Sommerprogramm eingebaut. Momentan laufen die Simple minds, von denen ich sicher was kenne, es aber nicht anschau. Hinter mir hab ich die unglaublich gute KT Tunstall. Rauchige kräftige Stimme. Positive ernsthafte Ausstrahlung auf der Bühne. Und einige Songs kannte ich ausm Radio, wusste diese aber nicht zuzuordnen. Jetzt weiß ich es und bin begeistert. Auf einem meiner „Alternative“-Sampler ist auch was von KT drauf. Weiter ging es mit einem sehr sympathischen Daniel Powter, der ganz natürlich mit dem Publikum kommuniziert „Ya´, clap your hands, I like that!“. „Caesars“ haben außer „Boys don´t cry“ und „Jerk it out“ ne Menge zu bieten, muss ich sagen, live wirklich ein Fest. Später werden noch James Blunt und Katie Melua ausgestrahlt. Habe die Musik-DVD von „Back to beclam“ gesehen und kann dafür garantieren, dass Mr. Blunt mit seiner Akustikgitarre wirklich begeistert. Katie Melua enttäuscht bestimmt auch nicht.



Lost in Briefmarkensammlung

11 08 2006

Plan A: Filmfest. Und wenn der nicht greift (morgen wird er das gefälligst), gibt’s Plan B, den ich aus der Tasche gezaubert habe. Mit 5 Leuten hatte ich was ausgemacht für Filmfest heute und dann muss man alles wieder abblasen. Eine hat nicht locker gelassen. Ich war dann auch müde und demotiviert. Sie auch. „Schlafen kann ich, wenn ich tot bin“, hab ich auf ner Postkarte gelesen. Wir einigten uns darauf, beide ne Stunde zu schlafen und dann würde ich gegen halb9 rüberfahren. Hat sogar geklappt. „Lost in translation“ haben wir geschaut und dann ungeplant „MTV Masters mit der asozialen Bloodhoundgang“. Sehr belustigend. Beides. Der Film ist unglaublich gut gemacht. Sogar unsere Band „Phoenix“ haben wir in einem Hintergrundlied entdeckt. Bei Weihnachtstee, Apfelschnitz, Keeekseeen und Cola light schauten wir in die Röhre. Und was man wohl nur mit Mädchen kann: Während dem Film Gespräche führen. Vom hundertsten ins tausendste kommen und keiner sagt „Pssst“, jetzt will ich aber wieder was mitkriegen. Liegt daran, dass wir, wie uns richtig nachgesagt wird, Mehreres gleichzeitig können. Nun gut, wir kannten den Film ja auch schon. Und wichtig ist ja auch, dass man auch still Filme gucken kann für den Fall, dass man mal mit solchen Leuten Filme guckt. Allerdings erinnere ich mich ungern an das letzte Mal diesen Film gucken. Und dann sagt sie: „Hast du schon mal meine Briefmarkensammlung gesehen?“. Erst lachte ich und schon unterhielten wir uns über Briefmarken, die in 3 Ordnern plötzlich vor mir lagen. Aus der DDR, mit J.F. Kennedy, Adolf, Echsen und Schmetterlingen. Schnell mal einen Geschenktausch gemacht, von mir gabs ein Fernsehturmfeuerzeug, ich bekam die erste Strokes-CD. Mit einer solchen bin ich auch wieder heimgefahren und nun geht’s in die Koje. Morgen Abend will ich Sonne sehn. Und wenn die sich nicht traut, dann soll sie wenigstens beim Regen ein gutes Wort für mich einlegen. Der soll sich verziehen…der.



Klappe die dritte

11 08 2006

Schon der dritte Tag, den ich mit meinem Vater verbringe. Einmal beschriebene Radtour, gestern in die Stadt, um sich über DSL zu informieren, heute, um DSL zu kaufen. Bald geht alles rasend schnell und endlos kann ich ins Netz. Kein tausendmaliges lästiges Einwählen am Tag und das Beste: Endlich in meinem Zimmer an meinem PC. Keine Rücksicht mehr auf Brüder, die am PC Autorennen fahren. Ohne dann noch zu Shoppen, geht’s nicht, und so schlenderten wir beide nochn bisschen rum. Fast einem Dejavue (is das richtig? Kann kein F., verzeiht mir) gleich, kauften wir erneut 1Kilo Bananas für 1 Euron. Habe es mir nicht nehmen lassen, mal zu Hussel zu gehen, um ein kleines Geschenk zu besorgen, aber auch ich sollte profitieren. Bin ja nicht so extrem auf Süßkram aus, aber im gesunden Ausmaß. Bei Hussel ist das jedoch sehr verlockend: Außen an der Wand stehen alle Fertigsachen in Tüten und Schächtelchen und was weiß ich und in der Mitte dann die Selbstbedienungsbar. Von mir großzügig geschätzt um die 30 Sorten…einige Cocktails sind eingearbeitet, dann wieder Nougat (das ich nicht mag, weil es immer Durst macht), Kaffeeartiges mit Baileys und Tiramisu…mit meinen noch zarten Fingerchen (wenn ich die Tüte intus habe, sind sie sicher dick wie Fleischwurst) schnappte ich mir also eine durchsichtige Tüte und kreiste um den Tisch, mit Zange bewaffnet. Zack, zweimal Tiramisu, ein Trüffel weiß einer schwarz, Latte Macchiato einmal und Cocos. Einen von 2 Lutschern lutsch ich grade. Im November muss ich wieder zum Zahnarzt ;)

Tja, eigentlich wollte ich heute Kurzfilme gucken. Es wäre so schön gewesen…Und wie ist es? Unschön in maximalem Ausmaß. Es regnet schräg von links, es ist kalt und grau. Vorhin noch Sonne, die mich hoffen ließ, dass es doch noch was wird mit meinem perfekten Abend, aber Pustekuchen. Sogar geschwitzt hatte ich einen Moment. Und jetzt könnte man Schweiß nicht mehr von Regen unterscheiden. Mit großem Mitleid für die Kurzfilmfest Weiterstadt Veranstalter schließe ich an dieser Stelle und hoffe, dass es genug Verrückte gibt, die das Lebensmotto haben „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“.



Kurzfilme sind manchmal lang

10 08 2006

In Weiterstadt-Braunshard ist von heute bis Sonntag das überaus kultige Kurzfilmfest. Kostet 3 Euro, wenn man will, dann gibts nen tollen Button, wenn man nicht will, schnorrt man sich halt so durch, auch erlaubt. Tolle Filme den ganzen Tag, die meisten Macher sind auch anwesend und werden zu Kurzinterviews zwischendurch auf die Bühne gebeten. Bei Bierchen und Worscht kann man auf Bierbänken oder selbstmitgebrachten Sitzgelegenheiten Filme gucken bis tief in die Nacht. Persönlicher Eindruck: Liebevoll gestaltet, wirklich gute Filme, faire Preise…allerdings: Warme Klamotten mitnehmen, wer wenig Sitzfleisch hat, sollte sich den Hintern polstern.



Platte Kritik

10 08 2006

Ich kauf mir gern CD´s. Dafür, dass ich dann eine ordentliche Hülle in der Hand halte, aus der ich eine Scheibe entnehmen kann, welche schön bedruckt ist und dann ein meist gut gestaltetes Booklet auspacken kann, gebe ich meine 15€ plus minus gern aus. Da Neuerscheinungen eben meist plus 15€ kosten, informiert man sich gern im Voraus über die Platte, die man ins Auge gefasst hat, mit dem Fastentschluss, sie auch zu kaufen. Nun lese ich ab und an in unregelmäßigen Abständen diverse Musikzeitschriften und wenn ich da Plattenkritiken lese, hab ich keine Lust mehr drauf. Meine Erkenntnis: Der wesentliche Teil einer Musikzeitschrift, Musikwerke zu beurteilen oder mehr oder weniger zu verurteilen löst Groll in mir aus. Ich mag keine Plattenkritiken. Beispiel: Das Album „Decemberunderground“ von AFI gefällt mir unglaublich gut, ich hör es im Auto und zu Hause, überall und Fazit ist immer das Gleiche: Erstklassig. Und dann schlag ich eine Zeitschrift auf, hoffe dort auf Bestätigung meines Eindrucks und dann stehen da Dinge wie „Vielseitiger, gelegentlich schmalziger Gruftrock“ oder woanders „“The Interview“ z.B. ist nur unwesentlich interessanter als das was Lukas Podolski in das Mikrofon eines perplexen Reporters zu stammeln pflegt“. Hallo? Wenn ich mich auf mich selbst in einer Kategorie verlassen kann, dann, wenn es um meine Einschätzung von Musik geht. Und da stoßen Welten aufeinander, wenn ich Kritiken von Kritikern lese, die was ganz anderes schreiben, als ich finde. Liegt das daran, dass sie sich besser auskennen? Muss ich daran zweifeln, dass ich Musik sicher beurteilen kann? Oft ist es so, dass man, wenn man eine Band gut findet, alle CD´s kauft, nur weil es die Band ist, die man mag, außen vor gelassen, ob die CD an sich jetzt gut ist oder nicht. Das sehe ich nicht so, ansonsten dürfte man mir vorwerfen „Ja die lässt ja nur nix auf ihre Lieblingsband kommen und verteidigt deshalb und mag die Kritiken nicht“. Das wäre klar und einsehbar. Praxisbeispiel: Ich mag MIA. Ich war bereits 2x im Genuss, ein Konzert mitzunehmen. Jetzt das neue Album, ein Konzeptalbum. „Zirkus“. Auf „Tanz der Moleküle“ geh ich ab wie´n Zäpfchen. Im Radio oder auf MTV oder live. Und dann hab ich im CD-Laden reingehört, gleich auf die 2 oder 3 gespult und dann kommt da ein anderes Moleküllied. Die Version total anders. Hab mich durchgeklickt, muss sagen, dass ich vorerst nicht begeistert bin. Kann ja noch kommen. Mag ich eigentlich Zirkus? Vielleicht liegts daran, dass ich nicht auf Marschmusik und tanzende Pferde steh. In einer Zeitschrift jedenfalls wird hier von Musikerkollegen  bewertet. Dabei fällt mir auf: Die, die MIA kennen, bewerten nicht die Platte sondern die Band. Sportis: „Liebe geht raus an die Band und ihre Musik“. Ist es egal, ob MIA „Hungriges Herz“ oder „Alle meine Entchen singen“? Einfach Liebe? The Kooks kennen MIA wohl nicht, bewerten aber richtig die Musik an sich „The voice is really cool and sounds very sweet. I don´t understand the lyrics, but I want to know what she´s singing“. Am Ende auch noch die Kritik einer Redaktionsmitgliederin, die ziemlich kritisch ist und sich sogar schämt, „Madsen“ gutzufinden bzw. scheinbar sowieso erstmal ganz evil bewertet: „Mia gehen gar nicht, Selbstverherrlichung galore auf CD gebrannt“. Für mich eindeutig die Bestätigung, dass ich mich auf Musikkritiker nie mehr verlassen werde.



Wenn der Vater mit der Tochter

9 08 2006

Das Darmstädter Echo ist ne nette Zeitung, die im Magazinteil auch mal Radtourrouten vorstellt. Ab Darmstadt Vivarium zur Fischerhütte am Darmbach entlang und wenn man will noch weiter Richtung Odenwald mit leichten wenigen Steigungen hörte sich gut an. Steigungen gabs aber doch einige, genauso gut gings aber auch rasant bergab und das war…Leben.  Da Mama Hausarbeit erledigen wollte und Bruder Angst vor den paar grauen Wölkchen hatte, bin ich allein mit Vater los. Tochter und Vater also auf den Rädern, durch Darmstadt, schön am Hochzeitsturm usw. Ab Vivarium durften wir uns an den grünen Bappern mit dem Fahrrad und der 13 orientieren. Klappte ganz gut, dann direkt schon am Waldbeginn, wo die eigentliche Route losging, bloß mussten wir ja erstmal dort hinkommen und hatten dementsprechend schon einige Kilometer hinter uns gebracht, stand ein Holzpfahl mit dem Schild „Fischerhütte“. Sah perfekt aus, kam uns aber zu direkt vor, wir wollten schließlich das Spiel mit der 13 weitermachen und wählten die entgegengesetzte Richtung. Nun gut, im Zeitungsausschnitt stand jedoch, ab Vivarium seien das nur noch 2 km zur Fischerhütte. Mein Begleiter war der Meinung, soweit wären wir längst gefahren. Gut gut, einfach mal die Frau gefragt da an der Lichtung. Bisschen zu weit seien wir gefahren, also ganz einfach zurück, die zwote rechts. Erste war gut ausgebauter Waldweg, aber die nächste sollte es sein…hmmm…eher Trampelpfad, aber noch sehr akzeptabel. Abgebogen, möööb. Falsch. Wir reimten uns die Richtung zusammen und sahen bald die Fischerteiche und die Holzhütte dahinter. Lecker lecker, essen. Seit dem Berliner Libanesen steh ich auf Ziegenkäse und den gab´s als Ziegenfrischkäse auf Salat. Perfekt. Nach unsrer Pause sollte es an die Darmbachquelle gehen…die fanden wir nicht, nur den Eleonorenbrunnen. Nun gut, viel Strecke war gefahren, es sollte wieder nach Darmstadt gehen, bei Eis Roth gabs nochn Eis, was sonst und zu Hause zeigte der Fahrradcomputer 40zurückgelegte Kilometer an. Nicht schlecht, Herr Specht. „Unser Lehrer Doktor Specht“, schade, dass es das nicht mehr gibt, das mochte ich.

Gerade war ich dann mit M. im Café Chaos. Und eine Apfelschorle, Spaghetti mit Tomatehackknoblauchsoße (eigentlich wollte ich den Knoblauch gar nicht, schmeckte aber dennoch) und 2 Cappuccino später sitz ich hier. Ha, gerade hat man gemerkt, dass auch andere riechen, dass ich Knoblauch konsumiert habe Dracula darf ruhig kommen. Aber nur heute Nacht. Nicht umsonst heißt die Spaghettizubereitung „Vampirex“.

 



Dickes B oben an der Spree

8 08 2006

Analog zum letzten Eintrag müsste die Überschrift ja wohl „Anmeldung“ heißen, was allerdings langweilig wie eingeschlafene Füße wäre. Meine Füße hab ich die letzten Tage schön belastet, zwar nicht auf Wandertouren, sondern einfach schlendernd. Von einem schönen Ort zum nächsten, dabei immer das rote Haus anpeilend, um dort zu chillen, zu schlafen oder zum hundertzweiundfünfzigsten Mal Helge Schneiders Vogelhochzeit anzuhören…das Basislager sozusagen. Ganz wunderbar war, dass es nicht nötig war, die ganze Zeit U-Bahn zu fahren, weil wir Fahrräder hatten, auf denen man sich flexibelst fortbewegen konnte und sicher das ein oder andere mehr gesehen hat, als der typische Berlin-Touri. Da uns die Kultur ein wenig am Hintern vorbeiging, könnte man auch nicht sagen, dass ich uns als Tourist bezeichnen würde. Das Tor und die Politikerhochburg wurden abends mal angepeilt.  Das ständige Photographieren dürfte uns entlarvt haben. Jedenfalls ging diese beinahe Woche ziemlich schnell vorbei, war aber gut gefüllt. Ankommen konnten wir erstmal in einer der Strandbars entlang der Spree, welche allerdings bald für eine Nobel-Anlage Platz machen müssen. Gastgeber hat schon Protest angekündigt, ich hoffe, das Vorhaben stinkt noch mehr Berlinern, denn Strandbars sind was Besonderes. Gleich Mittwoch war ich mit V. beim Frisör, in der „Schnittstelle“ wird man ganz nett betreut, ehrlich beraten und keinesfalls verschandelt. 4 Stunden zu zweit…man hat sich Mühe gegeben mit uns. Wenn Frauen beim Frisör waren, kann eine Shoppingtour das Sahnehäubchen darstellen. So war es auch. Allerdings gab es ein nasses Sahnehäubchen…es fing doll an zu regnen. Nett, dass man(n) uns in englischen Socken gentleman-like mit untern Schirm nahm. Bevor wir dann donnerstags Flora und Fauna des Berliner Zoos besuchten, ging´s türkisch und fitnessisch im „Bergmannstraße 103“ frühstücken. Mannometer, Schmackofatz erster Klasse, Sonne und knicksende Bedienungen…verdammter kleiner Löffel, totale Erdanziehungskraft. Lars der fette Eisbär, Pingu der lustige Pinguin, Bruno der Bär und all deren Freunde erwarteten uns, sogar der Löwe, der Urin durchs Gitter zu spritzen vermag. Ein Besuch im Zoo…Tiere sind wirklich grandiose Schauspieler. Freitag stieß K. dazu, nachdem man für 5 Euronen das Gepäck im Bahnhof Zoo verstaut hatte, ging´s direkt aufn Ku´damm…Hennes und Mauritz sag ich nur. Meckes ist ein Luxusrestaurant. Ganz was Besonderes war abends dann unser Besuch in einem Varieté-Theater oder wie man dazu sagt, die „Scheinbar“. Menschen, die es wirklich auf ganz vielfältige Weise draufhaben, zu begeistern, zu belustigen und ganz sympathisch auch mal den Text ihres neuen Liedes zu vergessen. Sowas geht in Berlin. Denn da sind die Leute locker. Man fühlt sich wohl, zwar nicht überall, aber fast überall. Hatte wieder mal eine Premiere: Ne Shishabar. Mjam, sehr lecker, sehr gediegen. Samstag folgte Teil 2 der Shoppingtour in den Hackeschen Höfen. Abends dann ins „Magnet“. Liest man ja ab und an was in diversen Musikzeitschriften. Unclesally*s-Fete war angesagt. Ganz nette Musik, aber nicht nur. Publikum gemischt…Antanzende Franzosen, aufdringliche Motörheadshirt-Träger, anzügliche gestreift angezogene Mädchen und rot-schwarzgestreifte bekiffte Typen, die zur Dancingqueen mutieren und „Schuldigung“ sagen können. Erstaunlicherweise keine Total-Peters. Sonntag gemütlich im „Café an einem Sonntag im August“ an einem Sonntag im August gefrühstückt/gebruncht, danach Flohmarkt. Habe eine Tote-Hosen-Schallplatte mit dem Qualitätsprädikat „Na, die is doch propper“ gekooft aus dem Jahre 1990. Heute aufgelegt, läuft wie ne 1. K. fuhr an dem Abend heim, am Hauptbahnhof bei „Virgin“ gestöbert. Hab nen Ramones-Sampler und ne ältere Blumfeld-CD erstanden. Das Kino am Potsdamer Platz ist das Sauberste, das ich je von innen gesehen habe. Alter Schwede, ein krümelfusseldreckfreier Teppich. Sandra Bullock hat nen neuen Film „Das Haus am See“, hab die Zeitsprünge zwar nicht ganz begriffen, aber gut wars trotzdem. Ebenfalls „Trennung mit Hindernissen“ mit Jennifer Aniston dürfte sehenswert sein. In der Nähe des Kinos gibt’s was ganz Feines, was für im Herzen Kind gebliebene Menschen und für Kinder selbst der größte Spaß sein dürfte: Ewig lange Metallwippen. 5 ungefähr nebeneinander…was ein Spaß. Mit halbem Liter Becks im Blut noch spaßiger. Der letzte Abend ist doch immer der Schönste. Intensiver als andere. Ging mir jedenfalls so. Montag nochmal ein wenig in Kreuzberg unterwegs gewesen und um 6 gings dann im ICE Sprinter draufzahlend wieder nach Haus. Naja, wohl fühl ich mich da auch nicht. Berlin war schon so zu Hause. Für ne Woche. Jetzt fühl ich mich erstmal auf Besuch. Das gibt sich. Spätestens dann, wenn ich mich hier wieder den gewohnten Orten und Menschen widme.