Barfuß in Texas mit den Silvesterschwestern
Die Silvesterschwestern und ich haben alle unsere Schuhe verloren...also machten wir uns auf den Weg nach Texas mit dem Fahrrad. Meins war grün. Denn grün ist schön.
Naja, nicht so ganz. Eigentlich war es nur ein einfacher DVD-Abend im Dachgeschoss. Nicht bei mir, aber bei einer der Miezekatzen. Und nicht in Texas, sondern in Dreieich. Außerdem bin ich mit Schuhen gefahren...kein Fahrrad, sondern mein Auto. Zuvor ein Besuch im Supermarkt, schließlich soll es heute Raclette geben. Oh Mann, wir sind so unerfahren...wieviel Schinken ist denn so n Haufen? Abgepackten gabs ja keinen mehr, ja? Von Ja! Nur Gutfried und so n Bonzenkram. Egal, die Sau, von der abgeschnitten wurde, heißt Rosalinde. Ob jetzt bei Ja oder bei Gutfried. Also ab zur (ich bin die Wurstfach, ich bin die Wurstfach die) Wurstfachverkäuferin. 300 g? Ist das so ne Haufen Schinken? Joa, passt. Schinken muss für heute reichen, also ab zu Meckes. Und dann endlich zur DVD-Gucklocation. Per Flaschendrehen zwischen "Der Fischer und seine Frau"(meiner), "Moulin rouge", "Texas", "Waynes world 1" und "Barfuß" entschieden. Das Schicksal fiel auf "Barfuß". Dazu möchte ich sagen, sehr bewegender Film. Hab ihn im Kino gesehen, total süß, wie Leila rumwatschelt und wie herrlich naiv sie ist, finde, die Schauspielerin setzt das sowas von gut um. Til Schweiger mag ich in dem Film auch sehr seher gern. Ebenso wie Brad Pitt ist er für mich nicht grade ein Schwarm, aber als Schauspieler ohne Frage sehenswert. In "Barfuß" geht es grob um Leila, die in der Psychiatrie ist und Nick, der dort Putzmann sein möchte. Prompt lässt er beim ersten Arbeitseinsatz den Putzwagen unbeaufsichtigt rumstehen und ein Patient säuft die ganze Flasche Domestos leer. Diese Unaufmerksamkeit, kostet Nick den Job. Leila haftet sich barfuß an seine Füße und weicht ihm nicht mehr von der Seite. Zunächst ist Nick davon nicht begeistert, schließlich sucht man sie bereits per Polizei. Letztendlich verbringen sie aber eine wunderschöne Zeit zusammen, die durch erstklassige Filmmusik unterstrichen wird. An einigen Stellen würde man am liebsten weinen vor lauter Mitfühlen mit dieser Zufriedenheit, an anderen Stellen ist es sowas von zum Lachen..Als zweiten Film für den gestrigen Abend hat die Flasche "Texas" mit Helge Schneider ausgewählt. Das ist mit Abstand der kränkeste Film von Helge, den ich bis jetzt kenne. Er ist gut, ja, verdammt gut. Aber auch verdammt bescheuert. Und abartig. Wer es nicht versteht, sagt:"Doof". Sag ich auch. Aber wer könnte sich besser verbiegen und schlagen, wenn er ein Nachbeben darstellen soll, wie Doc Snyder? Auch bekannt als Kommissar 00 Schneider. Und einige alte Bekannte trifft man erneut. Tante Uschi spielt die Mama im wilden Westen, Peter ist Hank, der gehängt, pardon, gehankt wird. Allein das...Hank gehankt. Simpel, aber gut. Verdammt gut. Manchmal, das muss ich zugeben, redet Schneider einfach nur Quatsch. Hier der quatschigste Satz, der mir im Gedächtnis geblieben ist: "Ich bin ein Regenwurm und trinke ein riesiges Stück Holz".
So. Heute ist Silvester. Während ich die Youfm-Jahrescharts höre und nostalgisch, wie ich bin, auf Kassette aufzeichne (also das, was ich mag, nicht alles), schau ich, wie alle, zurück. Eigentlich ist es absurd, zurückzuschaun. Ausgerechnet jetzt. Nur weil wer sagt: So, neues Jahr. Ist doch schnuppe. Ich könnte auch am 3. April zurückschaun. Aber alles tun es, der Punkt ist festgelegt, von wem auch immer, und ich schau zurück. Zwischenmenschliche Pannen hier und da, aber auch zwischenmenschliche Erfolge. Gute Freundschaften, Menschen, die kamen und wieder gehen wollten, Menschen, die kommen wollten, die man gehen ließ. Viel getanzt, gelacht und insgesamt sonnig. Geweint hab ich kaum. Anlass dazu waren nur Familiengeschichten, weil man unter die Nase gerieben kriegt, dass man komisch ist, weil man anders ist und etwas jünger. Insgesamt ist aber alles gut. Angefangen hat das Jahr mit ner verpatzten praktischen Führerscheinprüfung, beim zweiten Anlauf lief es wie geschmiert und zu Ende des Jahres hab ich auch das Auto im Griff. Konzerte gabs einige,Tomte, MIA, Red hot chili peppers...Ich war in Berlin, ne Woche lang...schön war´s. Naja, und so Sachen wie das "Final destination" hab ich kennengelernt. Aber auch den Dieburger Tanzgarten. Außerdem darf ich nicht vergessen, dass ich dieses Jahr auch endlich geschafft hab, PTA zu sein. Ich zieh den Strich und sag: Es war gut und es ist gut. Und so wie ich eingestellt bin, bleibt es gut. Es bringt absolut nix, sich zu grämen, alles grau zu sehn, weil es nicht so ist, wie man gern möchte, das gilt für so viele Bereiche. Wenn von außen keine Sonne kommt, muss man sie selbst sein, ich glaub, anders kommt man auch nicht weiter. Und dass das nicht immer so funktioniert, weiß ich auch.
So what, wünsche n gutes Reinkommen ins frische Jahr. Ich werde das heute im Nachtleben in Frankfurt tun, Micha Kraft, mein Lieblingsmusikradiomoderator legt auf und noch wer anders und wir dürfen mit Indie und so rechnen. Und soeben verkündet Angie Positives. Gut, dass ich Deutschland bin. Und du auch.
Wie es ist, sein Herz für einen Tag in Heidelberg zu verlieren- und sich dabei auch
Heute hatte ich nen freien Tag, die Verlängerung ins Wochenende sozusagen. Ursprünglich wollten wir zu dritt mal wieder nach Heidelberg, letztendlich waren wir doch nur zu zweit und ich möchte nicht leugnen, dass natürlich was fehlte. Oh Mann, so kann ich nicht arbeiten! Der Käse rutscht dauernd fast von meinem supersexy Käsebrotbrötchen runter (Becel, wer sagts denn...Cholesterin olé) und die Musik macht mich ganz verrückt! Rock auf die Glock, wie der von mir innigst geliebte Markus Kavka gestern bei MTV Brand:neu ankündigte. Ja, wer ist es denn? Das DISCO ENSEMBLE, boah, ich könnte ausflippen. Die Superduperheldentypen haben wohl die Madsen-Jungs supported, f***, warum hatte ich keine Madsen-Karte? Egal wie- das Album brennt! Und im Auto wird es einen ähnlichen Effekt haben wie Billy Talent. Darauf freu ich mich wie sau. Ja, halt stopp, zurück zu Heidelberg. Morgens geschlafen bis neune, dann wunderbar gefrühstückt mit der werten Familie (besonders die Anwesenheit meines Bruders ist immer wieder ein...Erlebnis...-das man besser nicht hat)und es ist ein guter Tag, wenn man sich denkt, man hätte ne Sonnenbrille gebrauchen können. Die braucht man ja nicht bei grauem Himmel und Regen, nein, die braucht man, wenn die Sonne scheint und die schien. Die schien und schien. Im Zug mussten wir uns R&B von 2 Ey-Alder-Schickerias anhören, die auch noch mitsangen und so ne Art "Wo bisde du mein Sonnenlischd"-Lied abspielten und sich schminken mussten und endlos nervten. Dabei mussten wir uns doch auf Stadt Land Alkohol konzentrieren. Immer noch mein Lieblingsreisespiel. Also einmal umgesetzt und in Heidelberg raus. Am blechernen Pferd vorbei und am Drahteselmeer vorbei, da mal in die Sonne gestellt und n schönes Bild geknipst. Straight geradeaus gen Fußgängerzone und erstmal in ne Seitenstraße, in nem winzigen Snowboardladen geschnuppert und sich vom zugedröhnten Verkäufer sagen lassen auf die Frage "Habt ihr die Jacke noch in anderen Größen?" -- "vielleicht...". Mal zu schaun, konnte er sich aufgrund sicher unglaublich belebten Geschäftes sicher sparen und hat es deshalb nicht getan. Wenn unser Magen sagt "Ich hab Hunger, krieg ich was?" sagen wir jedenfalls nicht nur "vielleicht" und lassen nichts folgen. Also wunderbar das 5 für 5 Angebot genutzt und Spaghetti gegessen und einmal Salat mit und einmal ohne Mais. Yeah, Mais rockt und ist in Fäkalien gebündelt auch noch erkennbar. Wunderbar und sehr lange den Hintern in die dunklen Ledersessel gedrückt und dann gediegen begonnen, zu shoppen. Nein, vorher noch ein Besuch am Neckar mit Photos per Selbstauslöser und ohne. Gymnasium und Krankenhaus, schön schön. Durch die kleine Gasse dann aber echt zum Shoppen. Eine Seite, andere Seite. Nicht viel gekauft, aber viel gesehen, viel geredet, viel gelacht, viel einfach so gewesen. Zuguterletzt natürlich ein Besuch bei Starbucks, der Schöne. Kronleuchter und Sessel. Jawoll, es war schön. Auch hier das Blitzlichtgewitter auf uns niederregnen gelassen und dann noch Shampoo besorgt. Und im Seifenladen gerochen, gedrückt...und mit der Ahnung rausgegangen, dass man sicher krass riecht, wenn man da arbeitet. Zurück zum Bahnhof, Ticket raus, in die Bahn rein und nach Hause. Schön wars.
Ach, witzige Sache gesehen bei Relay am Hauptbahnhof Darmstadt. Wir stehn da so vor Abreise und gucken nach Musikheftchen. Und nebendran halt so Verkehrsmittel. Ja, Automagazine, Motorrad, Schiff...obendrüber eben die Überschrift "Verkehr". Oberstes Regal, außer Reichweite von Kindern und Menschen unter 1,60: Nackte Frauen. Muss ein Witzbold gewesen sein, der im Genre "Verkehr" eine solche Zweideutigkeit erkannt hat.
Piensliese
Wenn´s ums Jammern geht, bin ich wie n Kerl. Ich sag es ständig, mir ist andauernd bewusst, wie nah ich dem Tode bin und dass es unbedingt alle wissen müssen, damit sie mir noch Lebewohl sagen können- eigentlich sehr freundlich von mir, ihnen dazu die Gelegenheit zu geben, denn meist kommt sowas überraschend und es soll niemanden geben, der dachte "DAS wollt ich der Sandra noch sagen und jetzt...". Nun gut, wenn ich tief atme und bei jeglichen Bewegungen wie Jacke anziehen tut mir der linke Teil des Nackens weh. Schade, ich hatte mit lapidaren Kopfschmerzen gerechnet und jetzt ist das eine enorme Bewegungseinschränkung- wie ätzend. Gerade klebt ein Aktivkohle-Wärmepad auf meiner Schulter, in der Hoffnung, dass es mir hilft. Angenehm ist es. Zack, in der APOTHEKE kaufen, auspacken da wo der Pfeil hinzeigt, raustun, aufklappen (ist nämlich zusammengelegt), Folie abziehen und Ding auf die verspannte Stelle klatschen. Dann wirds binnen einer halben Stunde schön warm und wenn man das besonders mag, kann man es bis zu 8 Stunden drauflassen. Na, wenn das nicht feierlich ist.
Von der Musik durch Weihnachten getragen
Weihnachten mit Jack Johnson überstehen...wenn Bananapancakes läuft, ist alles andere egal. Sobald Herr Vogel mit seiner Hansenband mit hervorragender, zufriedenmachender Musik seinen Film zu einem macht, stellt sich ebensolche Zufriedenheit ein, auch, wenn die Handlung nicht das ausstrahlt. Wenn man am Teppich saugen ist und Anti flag "This is the end" rausbrüllen, fühlt man sich im Inneren frei. Und dann pimpt man stundenlang das Myspace-Profil und hört dabei an die 3000 Mal den Knaller des Disco Ensemble und hat immer noch nicht genug davon. Musik ist einfach großartig. Sie trägt und begleitet, sie hält etwas bereit für wenn alles doof ist genauso sehr wie wenn man nur noch rumspringen könnte. Ich kann es gar nicht genau sagen, was es momentan sein soll...Am meisten Haudraufmusik- her damit.
Und ich hab jetztn Profil auf Myspace. Toll, was? Ich bin mal gespannt, was es mir bringt, hab schon einige Bekannte gefunden und als man wusste, wie es geht, auch großen Spaß am Gestalten der Seite. In der Linkliste könnt ihr draufklicken und euch eures Lebens freun. Und hey, wenn du auch so n Ding hast, weißt du, was zu tun ist.
Keine Lieder über Liebe
Ich sags dir, wunderschöner Film. Naja, was heißt schon schön?! Es geht schließlich um eine ganz unangenehme Situation. In den Augen eines jeden Beteiligten. In Tobias´ (Florian Lukas)  Augen, der der Betrogene ist, durch seine Freundin Ellen (Heike Makatsch) und seinen Bruder Markus (Jürgen Vogel) und den Moment sucht, in dem er damit herausplatzen kann, dass er dies vermutet und der mit anhören muss, wie die beiden Diskussionen darüber führen, ob ein echter Ausrutscher nur einer ist, wenn man sich verliebt. Ellens unangenehme Situation ist die der Freundin, die Tobias um Unterstützung bittet, weil er seinen Bruder und dessen Band (die HANSEN-BAND) auf Tour durch Norddeutschland begleitet und die sich nichts anmerken lassen darf. Markus hat zum einen den Stress mit der Tour am Bein- er ist der Frontmann, er muss das Publikum bei Laune halten, authentisch seine Songs präsentieren und gleichzeitig ebenso wie Ellen so tun, als sei alles in Ordnung. Jedoch kommt es, wie es kommen muss, Tobias erzählt von seinem Verdacht und wird darin bestätigt. Zunächst zwar nur von seinem Bruder, letztenlich rückt auch Ellen damit heraus, dass der Gute-Nacht-Kuss doch ein paar Sekunden länger gedauert hat.
Ich finde den Film deshalb sehr schön, weil er zum einen beschreibt, wie man sich das Tourleben von solchen kleinen Bands (die natürlich sicher alle vor dem großen Durchbruch stehen und bald ohnehin nur noch im Hilton schlafen) vorstellen kann und weil die Konzerte der wirklich existierenden Hansenband gezeigt werden. Irgendwie ist es sehr emotional und schön und die Lieder haben einfach was, das mitreißt.
Auch an Schauspielern finde ich es eine gelungene Auswahl, alle 3 Hauptdarsteller spielen wunderbar natürlich. Schließlich ist die Kameraperspektive die von Tobias, er hat es sich ja schließlich zur Aufgabe gemacht, einen Film über seinen Bruder und dessen Band zu machen. Und da es wirkt, wie wenn jemand wie du und ich seinen Alltag filmt, hat es schon wieder eine nicht künstlich herbeigeführte schöne Atmosphäre, aber eine realistische solche, in die man schnell versinkt, als stehe man dabei und müsste sich gleich in die Diskussionen einklinken.
Zum Schluss noch 3 meiner liebsten Ausgesprochenheiten:
In der ersten Situation verwehrt Markus der Kamera den Weg in das Zimmer hinter der weißen Hoteltür. Mit einem Jürgen Vogel-Lächeln sagt er witzigerweise, wie ich finde: "Hey...5 Minuten mal ein bisschen...Rock´n Roll....okay?!"
Ellen und Tobias streiten etwas, ich weiß nicht, nein, es ist kein Streit, es ist so ein Gezicke, wo keiner platzt, man aber auch nicht ruhig ist..es ist wohl das, was man eine angespannte Situation nennt, genau. Sie läuft ihm davon und er versucht sie aufzuhalten und sagt: "Warum rennst du weg?". Sie:"Ich renne nicht, ich schlendere". Er: "Warum schlenderst du weg?"
Und zu guter letzt dreht es sich um meinen Lieblingsnamen. Die 3 schaun sich Robben an und da ist dann Fütterung und die Pflegerin redet mit den Tieren mit Springring und so und sagt: "Der Peter muss nix machen für seinen Fisch".
Â
Wonderland Wonderland, shining star, jingle bells (Danke Heidi)
Der Mutter von Thomas und Annika hätte bei Aussprechen des Satzes "Ich habe heute Nachmittag mein Kaffeekränzchen, sagt Pippi, sie ist herzlich eingeladen" eigentlich schon dämmern müssen, dass sie genau diesen Satz nicht hätte aussprechen sollen. Das zweite deutsche Fernsehn, das behauptet, dass man mit dem zweiten Auge (welches ist denn nun das erste und was das zweite? Mein linkes Auge funktioniert etwas besser als das rechte, also ist dieses wohl das zweite) strahlt wie immer zu irgendwelchen Feiertagen Astrid Lindgrens verfilmte Geschichten aus. Und diese lese und schaue ich schon mein ganzes Leben und immer wieder gern.
Neben mir steht die rote Kiste. Diese ist beklebt mit Bands Bands Bands. Bands, die wir lieben und die uns in diesem Jahr bei Autofahrten, beim Tanzen und beim Quatschen zu Hause begleitet haben. Wenn ich die Kiste leere, bleibt die Kiste. Und zukünftig wird sie Musiksachen beherbergen. Konzertkarten zum Beispiel. Bisher klebte ich diese immer in den Terminplaner, doch so wird der immer dicker und am Jahresende kommt er in die Schublade, das Archiv sozusagen. So ne Kiste ist beständiger. Meine Gedanken, gern wieder Sommer zu haben, waren wohl eine Vorahnung. Somit beinhaltete die Kiste eine Reggae-CD mit der Garantie "To make you feel good", eine Kokosschalenkokosduftkerze, einen grünen Glitzerpopitzerstern, eine Karte mit aufgeschriebenem Jahresrückblick und einem Weihnachtswichtel mit interessanter Behaarung. Das Mädchen, das jetzt im Norden weilt, hat mir zudem meine Vision bestätigt, indem sie die Jack Johnson-CD mit dem Baum für mich in petto hatte. Wenn ich vor mir her schaue an die Wand schaut mich der selbstgebastelte Photokalender des anderen Kreativbolzen an. Auf dem Januarmotiv gleich zu sehen, wie ich mit der Kistenmieze vorm Sommerstoppelfeld stehe und mit Bierchen in die Kamera lache. Nicht zu übersehen auch im weiteren Verlauf des Kalenders unsere Vorliebe für ultrastylische Sonnenbrillen. Aus dem alten Frankreichcafé-Kalender habe ich gerade ein Wandbild gemacht, hervorragend- macht Lust auf Selbsterleben. Und Schmuck bewahren wir Lieben jetzt in von mir designten Holzkästchen auf. Unsre Pink Lady hat mir den unnachahmlichen Film mit den unnachahmlichen sehr guten deutschen Jungschauspielern Jürgen Vogel Florian Lukas nebst Heike Makatsch "Keine Lieder über Liebe" geschenkt. Wir haben den zusammen im Langener Retrokino geschaut zusammen und waren begeistert. Zumal die Filmmusik alles noch zusätzlich untermalt. Bands wie Vogels Hansenband, Tomte und Kettcar geben sich hier die Blöße. Wunderbar.
Irgendwer in unserem Land, ich weiß grade nicht, wer genau, aber ich habs gelesen, findet es nicht okay, schöne Feiertage zu wünschen statt schöne Weihnachten. Wie auch immer, genießt die paar Tage, esst, trinkt und träumt mit Blick auf ne Kerze.
Laberrhabarber
Mit Sicherheit bin ich niemand, dem man mit einer Staffel Serie auf DVD eine Freude machen könnte. Serien schau ich mir lieber an, wenn sie im Fernsehn kommen, das ist ja auch das Besondere an einer Serie- sie hat einen festen Sendeplatz, man weiß "Ah, Sonntag, um 18:50 kommt die Lindenstraße, mal sehn, wies mit Klausi und seiner Schnitte weitergeht". Allerdings kann ich wunderbar etliche Male die selbe Folge anschaun. Mir geht das so mit den Gilmoregirls. Wenn ich meine halben Arbeitstage habe und nichts besseres zu tun, als einfach zu Hause zu sein, schalte ich um 4 Vox ein und zieh mir die junge, frische und vor allem außergewöhnliche Mutter rein, die ihre Tochter mit Fastfood ernährt. Oh Mann, diese Tochter hat furchtbar dünne Beinchen, wenn sie da in ihrem karierten Schuluniformrock rumstackselt...zumal sie dann einfach so komische Turnschuhe trägt. Auf einen Rock! Manchen steht es, an mir finde ich es grausam. Wenn ich keine Ballerinas hätte, würde ich im Sommer gar keine Röcke tragen. Oder barfuß laufen, dann ist Rock ebenso vertretbar. Ich fang auch schon wieder an, mich auf den Sommer zu freuen. Das hier kann man ja nicht Winter nennen. Heute hab ich regelrecht geschwitzt im Auto und musste sogar einen Spalt das Fenster öffnen und hatte sogar die ultrastylische Sonnenbrille an. Getankt hab ich immer noch nicht...knapp ein Viertel Tank. Aber irgendwie sind mir 1,22 hoch 9 doch noch zuviel, in der Stadt soll es gestern günstiger gewesen sein. Morgen bin ich ja in dieser, da werd ich wohl oder übel zapfen lassen. Trotz Wochenende, nicht immer ist es da teurer als werktags. Aaaaaah, Wochenende...sogar ein langes solches. Essen, ausschlafen, nen voll Gemütlichen machen, vielleicht anfangen "Die Tagesschau erklärt die Welt" zu lesen und dann jedem, der es gar nicht wissen will, den Treibhauseffekt erklären oder was Föderalismus ist..und natürlich zum x-ten Mal den tschechischen Märchenfilm "3 Haselnüsse für Aschenbrödel" schauen. Ich weiß, es ist in, den zu mögen. Und ich mochte ihn schon vorher, ich hab ihn schon tausendmal gesehen, als Kind schon und dann immer wieder. Der Prinz, die lästige dicke Stiefmutter mit ihren zickigen Töchtern, die der demütigen, mutigen und wirklich hübschen Aschenbrödel ihr Glück nicht gönnen wollen. Irgendwo hab ich gelesen, auf welchem Sender wann ausgestrahlt wird, jedoch erinnere ich mich nicht mehr, wo das stand. Also zappt man einfach etwas rum und wenn die Pferde die beiden Menschen auf dem Rücken über den weißen Schnee tragen und die wundervolle Musik läuft, ist es zu spät.
Es regt mich auf, wenn Eltern fragen: "BILLI TAILÄNT- ist der gut?" Boooah, meine Ma redet seit Montag wie ein Buch, mein Vater hat seine sentimentale Phase..Weihnachten wird entweder mal total nett oder nervig ohne Ende.
N vieles bisschen schöner Abend
So klar wie gestern Abend hab ich schon lange nicht mehr gesehen. Und das ist gut für mich. Mir wird des öfteren in meinem jungen Leben bestätigt, dass ich kein Typ bin, der etwas ohne Grund tut oder dafür ist, Dinge halbherzig zu tun. Ich bin überzeugt davon, dass es richtig so ist. Würde ich das tun, wäre ich jemand, der in der Luft rumhängt, dafür bin ich zu bodenständig. Schwierig wird es dann, wenn man es nicht in der Hand hat und andere Menschen bestimmen können, wo man ist. Ob man auf dem Boden der Tatsachen steht oder herumschwebt, ohne zu wissen, ob der Höhenflug folgt oder der grobe Aufprall. Idealfall ist, wenn man sich bewusst dessen ist, dass beide Optionen annehmbar sind. Natürlich neigt man dazu, die eine der anderen Möglichkeit vorziehen zu wollen. Fazit ist, dass meine Variante nicht die ist, die zustande kommen würde und dass ich gut darin bin, mich davon nicht runterziehen zu lassen. Andere Miezen müssen das auch noch checken und sie werden. Ich werde reden, so gut ich kann, weil ich weiß, dass es richtig ist, ein Denken zu entwickeln, das es einem ermöglicht, einfach loszulassen, zu akzeptieren, dass es eben nicht immer so geht, wie man selbst gern würde. Das klingt alles furchtbar sachlich, aber ist mein voller Ernst. Ein Herz hab ich übrigens auch, so ist es ja nicht und du, der mich kennt, weiß das.
Nachdem ich über eine Stunde länger geblieben bin zum Arbeiten, weil eine Panne nach der anderen folgte (ich bin immer noch der Meinung, dass der Wurm, wenn er einmal drinist, so richtig Schaden anrichtet), erblickte mich ein Zettel an meinem Autogriff- meine Ma hatte mir was Wichtiges mitzuteilen. Einen Moment in die Kiste gelegt, gegen 8 wieder aufgestanden und losgedüst mit "Virginia Jetzt!", die ich in jüngster Zeit aufgrund ihres neuen Liedes als Schlager abgestempelt habe, aber sie sind schon cool, die Berliner Jungs. Geparkt gegenüber der "green garage" und hinter zum letzten Reihenhaus zur blauen Tür. Dort von einer weißen Mieze K. empfangen, herzlichst und gedrücktenst und dann das Vorhaben, in der Klamotte was trinken zu gehen, dort jedoch nur Reservierungen, das Mädchen mit der Zahnspange verwies uns auf den Barhockertisch, total ungemütlich, was uns dazu veranlasste, einigermaßen unhöflich die Location zu wechseln. Die "Brasserie" ist zwar leicht schniek, aber wer sagt denn, dass wir keinen Stil haben? Haben wir. Zwar kein Lacoste-Kroko auf der Brust des beigen Pulli wie der Mann schräg neben uns...dafür sparen wir nochn bisschen. 2 Latte Vanille bzw. Karamell und einen Virgin Strawberry und ne heiße Schoko mit Sahne (wenn schon denn schon) hatten wir uns ausgeplaudert und diese Gesten...wenn einem jemand seinen Keks auf die Sahnehaube legt und man ihn vorm Ertrinken rettet...nett. Einfach nett und man fühlt sich wohl. Und ich glaube, im kommenden Jahr wird es entweder Paris oder Straßburg oder beides sein, das ich zu Gesicht bekomme. Ich leb total gern. Stolperstein hin oder her, es geht irgendwie immer weiter und noch ist es spannend. Wenn ich nur die Miezen nicht hätte...
Ein bisschen Text
Habe heute nur einen halben Tag arbeiten müssen, ich muss allerdings sagen, dass er so vollgepackt war, dass es einem wirklich vorkommt wie ne halbe Stunde...und da genau diese fehlte, blieb ich noch einen Moment. Im Altenheim hatte man gerade fertig zu Mittag gegessen, man sitzt im Rollstuhl oder auf der Couch im Eingangsbereich und wartet darauf, wohl ins Zimmer gebracht zu werden zum Mittagsschlaf oder spazieren gefahren zu werden, vielleicht auch auf das Nachmittagsprogramm. Gestern spielten sie Mensch ärgere dich nicht. Verblüffend, dass wir Menschen diesen Auf- und Abstieg haben. Als alte Menschen gehen wir wieder zurück auf die Stufe der Kinder, man sucht nach Beschäftigung, braucht Hilfe...aber man hat auch an Weisheit und Erfahrung gewonnen über all die Jahre Leben. Nur was bleibt, wenn der Geist den Geist aufgibt, wenn man sich nicht erinnert, die eigenen Kinder nicht erkennt...
Man sagte mir gestern, man kenne niemand anderen außer mir, der auf unserem Weihnachtsmarkt ins Kunstzelt möchte. Eigentlich gehört das dazu. Für mich zumindest und eigentlich lässt sich auch jeder einladen, mitzugehen. Es gibt schließlich einerseits genug Bilder, über die man lachen kann und kunstbaunausenhaft den Satz loswird (ich denke, das ist der beinahe meist gesagte Satz in Bildergalerien) "Also das kann ich auch!" und andererseits wirklich tolle Dinge. Mir kam gestern der Gedanke, dass es doch nur eine Frage der Technik ist. Im Prinzip muss doch jeder die "Kartoffelportraits" hinbekommen. Jeder sehende Mensch nimmt die Kartoffel mit den Augen wahr und müsste es doch hinbekommen, das Zeichenutensil so zu bewegen, dass ein Abbild des Gesehenen zustande kommt. Und trotzdem tut man sich schwer damit. Der eine hat ein großes Talent dazu und andere bekommen nichtmal nen Kreis annähernd hin. Ich weiß auch noch, dass in der 10. Klasse Obst und Gemüse gemalt wurde, ich hatte zufällig solch eine Kartoffel abzumalen und weiß noch, wie schwierig es war. Besonders die Farben..Jedenfalls folgte auf den Weihnachtsmarkt ein spontaner Abstecher in Dreieich bei einer freudig überraschten Mieze K., sehr schön. So nett wars und so gemütlich und was zu trinken angeboten bekam man auch
Als ich heute schöne Feiertage gewünscht habe und die Sonne dabei so strahlte zwischendurch, merkte ich, dass meine Weihnachtsstimmung dieses Jahr bis jetzt (hat ja noch etwas Zeit, sich zu entfalten) nicht sehr groß ist, womöglich so klein wie noch nie. Und wenn ich daran denke, was das für Kinder bedeutet...die kriegen es doch hin, mit größter Spannung darauf hinzufiebern, dass der Weihnachtsbaum endlich geschmückt wird. Den Stress, den die Erwachsenen damit verbinden, kennen sie gar nicht.
Und gleich gibts Spaghetti und bald hoffentlich mal ein paar Schneeflocken.
Kleb an meinem Kaffeeblut…
und das ist gut
Ja, MIA wissen´s. Na, wer hat´s erkannt? Zeile aus "Ökostrom", wenn ich meinen Ohren trauen kann. Kaffee ist ne feine Sache, ich habe gerade eine halbe Tasse getrunken und fühle mich schon wieder fitter. Muss ich nämlich auch sein, schließlich will ich gleich mit M. auf den Weihnachtsmarkt nach Darmstadt. Nichts Weltbewegendes, aber eigentlich doch ganz gemütlich, man weiß, wo der Bonbonstand des Mannes mit Glatze ist und dass er ziemlich schöne Nostalgiebonbondosen hat und wo es Glühwein gibt...überall. Ich erinner mich noch an die Person, die diese kitschigen Stiefeltassen so toll fand, dass sie auf das Pfand verzichtete, um sie mitzunehmen und zu besitzen. Mit solchen Pfandgegenständen hab ich sowas nur einmal gemacht, das war auf dem Ärztekonzert, als ich den Plastikbecher behielt. Scheußlich fand den meine Mutter, nur weil die drei Supertypen von hinten zu sehen sind, wie sie pieseln. Spießer
The Kooks. Da ich eine gute Freundschaft zu einer guten Mieze K. pflege und die zufällig nicht nur wie ich PTA, sondern auch Trendsetter ist (auch diese Eigenschaft teilen wir, hö), höre ich die CD Inside IN Inside OUT (sorry, Pfefferminzprinz, nicht outside out, ich glaube, das hab ich falsch gesagt) schon seit letztem Sommer. Und jetzt erst, wo schon etliche Songs zwischendurch mal liefen, kommt man darauf, dass das ja die neue Entdeckung aus Großbritannien ist. Beim Musiksender meines Vertrauens (naja, seit der Geschichte mit Nele und der gefakten Spanierin wird das Vertrauen einer großen Probe ausgesetzt) hat man sich darauf geeignet zu sagen: The Kuuuuuks. Ich sags weiter kurz.
Im halbschnuckeligen Vorort Darmstadts, zufällig mein Wohnort, hat ein Rentner wohl den Stunt seines Lebens hingelegt. Automatik, einmal schnell P mit D vertauscht, dann Gas und Bremse verwechselt, einige Autos gerammt, um 180 Grad gedreht, durch eine Hecke und letztendlich sogar im eigenen Garten gelandet. 50.000 Euronen in ein paar Minuten verprasst quasi. Bin ich froh, dass ich schalten darf =)
Coldplay ist vorbei, heute brauch ich was Hartes, ohne, dass das meine Stimmung wiedergeben würde, ich hab nicht vor, wem auf die Nase zu haun, aber heute wäre ich durchaus in der Lage, im Dieburger Tanzgarten einzuchecken.
Und ja...Darmstadt hat sein Christkind geklaut bekommen, ich glaube, da steht immer so ne Krippe rum. Meine Güte, wer macht denn sowas? Was sind das für Menschen? Und viel interessanter, wenn ich meine hochgradige Empörung mal zurücknehme: Was stellen sie damit an? Behalten sie es? Legen sie es in einen Kinderwagen und erschnorren damit Mutter-Kind-Parkplätze am Supermarkt? Setzen sie es auf die Fensterbank oder spenden sie es der Kirche, damit kein Kind seine Babyborn-Puppe (die trinken, essen und kacken kann) opfern muss, damit der doofe Tim, der den Josef spielt, ihr das Bein ausreißt? Grausam...nee, nee, nee, was e Welt, was e Welt.