Ja, nett war´s. Wundervoll, wenn man am absoluten Tiefpunkt ist und dann einfach wieder alles gut ist. Vielleicht ist es auch nötig, dass man voll unten sein muss, um zu wissen, wie gut es sich anfühlt, sich gut zu fühlen. Naja, ich glaube, ich weiß es auch so zu schätzen, wenn es mir gut geht. Nur denkt man in so nem “Alles ist toll”-Zustand, dass es immer so bleiben wird und einen jetzt nix mehr umhaun kann. Und wenn es einen dann doch umgehauen hat und man dachte, so schnell ändert sich das nicht wieder zum Positiven und es passiert schneller, als man damit gerechnet hat, nimmt man es bewusster wahr. Genug philosophiert. Eigentlich war es ganz einfach. Ich saß im Auto und dachte nur: “Weg!”. Autofahrn ist für mich irgendwie wirklich n Stück Freiheit. Nein, ich hab keinen Vertrag mit diversen Autoherstellern geschlossen. Wobei ich wirklich betonen muss, dass Ford echt Gutes tut. Okay, Werbepause vorbei. Ja, ich sitz dann da im Auto und hab Geschwindigkeit unterm Hintern, die ich mir ausschmücken kann mit Musik und Temperatur. Oder auch Begleitungen. War aber gut, mal allein zu sein vorhin. Zum ersten Mal sah ich dann auch die blinkende Zapfsäule. Wusste ja, dass ich tanken muss. Nur sind alle Tanken auf meinem Weg auf der Gegenseite, also blieb mir nichts anderes übrig, als es mir für den Heimweg aufzusparen. Tanken und Schnüffeln. Und so lieb wie heute wurde ich selten bedient. Die Tiger-Tanke am Rhönring hat immer nette Bedienungen, die man keineswegs wegen den 1,30 hoch 9 würgen will, nein, man mag sie mal drücken. Sind irgendwie ältere Menschen, so um die 50, die wissen, wie man mit Kundschaft umzugehen hat. Bei den Muscheltankstellen vor allem hab ich den Eindruck, dass diese kaugummikauenden U25 nur darauf warten, heimgehen zu dürfen. Oder ihren Roller zu tunen. Jedenfalls traf ich mich mit dem grünen Mädchen im Café Chaos, das musste ja schön werden. Wir nahmen Platz bei der Jack-Wolfskin-Ökobraut, die ihren Humus schlemmte und Rotwein trank. Wie unverschämt von uns, während dem Gespräch die Mimik mit ein wenig Gestikulieren zu unterstreichen. Sie wies uns darauf hin, dass wir doch vorsichtig sein sollten wegen dem Rotweinglas. Konnte mir schon denken, warum sie da allein saß. Miesepetra. Stinkstieflette. Kackbratze! Man belustigte uns mit etlichen “Soooooo´s” und versorgte uns mit Maracujasaft und KiBa und mein Salat war ja mal herrlich. Grünes mit Zwiebeln und dunklen Oliven (die grünen sind bah), Tomaten und Feta! Hatte ich ja gestern Abend vermisst zu Hause, aber heute bekam ich welchen und der war echt gut. Gut, dass meine Begleitung auf meine Reste gierte, so ging kaum was zurück. Und die Tomatensuppe ist recht soßig, aber scheint gut zu sein. Muss ich wohl auch ma nehmen. Steh ja extrem auf Tomaten. Schräges Publikum heute wo das Auge auch nur hinsah. Die Kartenspielecke optimal besetzt, dann Wuschel mit der Brille, die sicherlich ein 100%iges Sehfeld ermöglichte. Gehessisch, ja, so bin ich wohl. Umso mehr verdient war dann noch der Kiwitraum. Kokosraspel auf dem Sahneberg, den ich versäumt hatte, abzubestellen, Schokoeis, das nur schmeckt, weil es wie gefrorenes Nutella ist, Zitroneneis, das beinahe so toll ist, wie das Sorbet von Mövenpick (DIE können auch gutes Schokoeis und eigentlich gibt es kein Potteis, das besser ist als das von Mövenpick). Naja, und 2 Eiskugeln in einem Shake is nich! Das hätte ich ja gern mal argumentiert gehabt. Das ganze Fressgelage natürlich begleitet von 2 plappernden Personen. Zack, und schon gibt´s am Samstag Geburtstagsfete mit Trinken und Spielen. Ganz nett, ich werde mich wohl dem größten Teil vorstellen müssen und Namen merken. Freu ich mich aber drauf, finde ohnehin faszinierend, wie viele neue Leute ich die letzten Jahre kennen gelernt hab. Nach Hause dann also mit Caesars bei Heizung an und Fenster auf. Das war wirklich wunderschön, abwechselnd kalt und warm im Gesicht, dabei in der neuen Jacke stecken und über die Straße rauschen.
So, Kontaktlinsen rausfischen, ne Runde Lama-sliden und dann schlafen und hoffen, dass es heute besser und schneller geht als gestern.