Wenn ich die Wahl hätte..
7 05 2007zwischen der leckeren, saftigen, fruchtigen, orangenen Mango hier neben mir und ner Wurst, würd ich zu allerleuts Erstaunen heftigste zur Mango greifen und die Wurst vernachlässigen. Als ich mir das überlegte, überlegte ich gleich weiter, wie es wohl wäre, mal ein Jahr Vegetarier zu sein. Muss zugeben, dass ich das echt gern mal probieren würde, einfach, um auch auszuprobieren, ob man dann nach diesem Jahr auch clean ist. Aber ja..ich warte mal das Ende des Jahres ab, mal sehn, ob ich mal Lust auf nen Vorsatz hab. Gleichzeitig hab ich aber drüber nachgedacht, wie es dann ist, wenn alle Bratwurst vom Grill gabeln und ich im Nudelsalat rumstochere und Fleischwurstwürfel aussortiere. Unvorstellbar!
Nun gut, kaum zu glauben, dass man bei dem Wetter gut drauf sein kann, aber ich bin´s..scheinbar so besonders gut, dass man mir sagte, ich solle mal aufpassen, am Ende steck ich noch an damit.
Neben dem Kurzfilmfest Weiterstadt, das dieses Jahr übrigens vom 16. August an übers Wochenende stattfindet, habe ich ein neues Sommerhighlight entdeckt. Die da wäre, die lange Nacht der Museen im herrlichen Frankfurt. Ich hab es als unheimlich schön empfunden und dieses Gedrängel wie am Museumsuferfest blieb einem weitgehend erspart. Für 11 Euro hat man Eintritt in die Museen, die mitmachen, wird sogar mit Bussen befördert, wenn man sich Museen aussucht, die weit auseinander liegen. Zum Beispiel eins in Offenbach, denn Offenbach hat auch mitgemacht. Ich hab die Schirn angeschaut mit der interessanten Op-Art-Ausstellung, wobei man sich nicht sicher ist, ob die Aufpasser auch zur Ausstellung gehören, so extravagant, wie die aussahen. Ja, es war toll, lauter außergewöhnliche Werke, die auch irgendwie inspiriert haben, so was selbst mal zu gestalten. Etliche Dinge, von denen ich dachte, dass ich sie mir aufhängen würde. Tja, und Spiegel sind doch ein Traum. Der Spiegelraum hatte am Boden und oben einen Spiegel und ich finde unglaublichen Gefallen daran, hochzugucken, irgendwie sieht man von ganz oben gut aus. Da fast jeder auf mich runtergucken muss, freut mich das natürlich. Völlig gaga wäre man wohl geworden, wenn auch die Wände außen verspiegelt gewesen wären. Weiter ging´s mit dem Museum für moderne Kunst, die Eingangshalle ist sehr hoch und oben gibt es Aussparungen, man nennt so was auch Fenster ohne Glas und da kann man dann von oben 3 Treppen hochlaufen und dann da durchgucken und alle, die reinkommen, schaun hoch. Von unten, wie von oben betrachtet, schön. Über einen Andy Warhol Druck versucht zu interpretieren, ein Auto, das wohl irgendwo gegengefahren ist, ein Mensch erhängt an einem Pfahl. Was war zuerst? Ist der Autofahrer der Erhängte? Hat der Erhängte den Autofahrer tot aufgefunden und sich darum umgebracht? In solchen Momenten wünsche ich mich echt in die Schule zurück, wo man das erörtert hätte, eine Hausaufgabe dazu bekommen hätte.. In der Mitte des Raumes gab es ein kleines Podest, auf dem ein blonder Adonis in weißen Chuckstiefeln und silberner Panty zu der nur von ihm akustisch wahrnehmbaren Walkmanmusik tanzte. Die kluge pinke Mieze sagt, Andy Warhol habe ganze Filme mit solchen Tänzern gedreht. Kreativ der Mann. Super Aktion war dann der spontane Zustieg zur ausgegrabenen Straßenbimmelbahn, die uns unbewusster Weise nach Schwanheim beförderte. Mit der 12 und nem Erdbeerlutscher ging´s aus der Walachei dann wieder ins Stadtgebiet, um die Mieze K zu treffen und um zu fluchen, verdammte widerliche Brezel! So einen Rotz weigere ich mich, zu essen und auch, wenn die Kinder in Afrika froh drum gewesen wären- sie musste sterben im Mülleimer! Lieber da, als in meinem Magen, der Verwöhnte, der! Zu dritt also über den Main und ins Museum für angewandte Kunst. Dort viel Schmuck, kein Interesse meinerseits für das Collier, dafür aber für die Brosche nebendran und die Haarklammer. Die asiatischen Vasen rockten mich auch nicht sonderlich. Vielleicht erschienen sie mir auch so öde, weil sie immer in einem Farbton ausgestellt waren und da vor sich hinglotzten in den Vitrinen. Vielleicht hätte ich sie spannender gefunden, wenn man sie meinetwegen in passenenden Farben, aber dennoch ungeordnet, angeordnet hätte. Weiter ins Filmmuseum, eine Ausstellung über Maria Schell und Asta Nielsen. Asta Nielsen wird auch im Berliner Filmmuseum ausgestellt, ich finde, die Frau wirkt ein bisschen durch. Irgendwie strahlt sie Wahnsinn aus. Ist mir nicht unsympathisch, mag sein, dass das auch meine Ausstrahlung auf diversen Photos sein könnte. Nochmal kurz ins Völkerkundemuseum, dort aber ziemlich schnell wieder raus, es war so voll. Raus auf die Lästerbank. Na, da hatten sich ja 5 gefunden. Wobei ich eher Bewunderung, für die Dancingqueens der älteren Generation empfand. Lustig war´s allemal. Und wenn ich mit 60 auch jegliche Stöcke weit weg von meinem hintern halte, wie die Truppe, bin ich zufrieden. Etwas unzufrieden war ich, dass wir das Städl nicht gesehen haben, aber das wäre einfach zu viel gewesen. Mieze K sicher zur Bahn begleitet und mit der pinken Mieze noch die Pfoten wirklich wund getanzt im Nachtleben. Toller Abend, für mich war´s wirklich gelungen. Der Montag war auch gut..ich freu mich! Unkorrigiert landet dieser Blogeintrag auf der Seite und hofft, deinem Augenpaar Spaß bereitet zu haben.



