wortstaub.de - Das literarische Blognetzwerk

Wolkenkratzerfest

13 05 2007

Frankfurt gestern Abend. Nebst der Dame mit dem Gummibaum (als Geschenk für die Frau, die in Sachsenhausen eine Überraschungsfete bekommen sollte und sich sicher riesig über die überlebensgroße Pflanze freuen würde) mit der pinken Mieze in die Stadt gefahren. Die S-Bahn zum Platzen voll, aber nur so kommt man an die kleinen Wortwechsel mit Fremden. Ich mag das total, Leute, die einem kurz was sagen und man macht nen kleinen Witz und lacht zusammen, obwohl man sich nicht kennt. Manchmal denk ich, Menschen sind doof, aber ich muss sagen, ich mag einfach viel zu viele viel zu gern und solche wie gestern allemal. Ausgestiegen an der Taunusanlage und bereits an der Alten Oper, die immerzu einen herrlichen Anblick bereitet (abends angestrahlt vor nachtblauem Himmel umso mehr) Ausschau nach einem Äppler gehalten. Joa, war da irgendwie nicht so weltbewegend, also doch noch weiter, der Wunsch nach Bowle machte sich in meinem Leberhirn breit. An der Zeil begrüßt worden von Schneematsch. Eine super Skisprungschanze war aufgebaut, die nicht gerade eine vertrauenserweckende Konstruktion darstellte, und daneben dann der ganze geschmolzene Kunstschnee. Den ganzen Winter musste ich mir so was nicht anschaun und war froh drum und dann, im Fast-Sommer stacksel ich auf Zehenspitzen durch wässrigen Matsch. Am Römer war der Spaß schon vorbei, davor, am Brunnen, hatte ein Alleinunterhalter die Bühne betreten und empfing uns mit “Westerland” von den Ärzten. Ja, und da waren sie, die durchsichtigen bauchigen Glasbehälter, in denen voll gesogene Früchte schwommen, umgeben von Hochprozentigem. “Un da überleg ich noch, hier, tank ich Subber oder Normalbenzin und Subber oder Normal un Subber oder Normal..un da merk ich, ich hab gar ka Audo d´bei.”. Ja, und da überlegte ich, hier, Kirsch oder Himbeer oder Erdbeer oder Pfirsich. Es siegte die Köööörschee. Da wir uns bei der Nacht der Museen an so einem scheiß Brezelstand an einer scheiß Brezel vergriffen hatten von so einem blöden Brezelverkäufer, mussten es gestern die Pommes sein. Fritten für die Schnitten. Ja, auch am Pommesstand kann´s spaßig sein. Zunächst einmal war´s spendabel. Kommt ein Mittvierziger mit weinrotem Jackett auf mich zu, ich, die da in der Schlange steht und offenbar sympathisch oder auch bedürftig wirkt, und drückt mir sein Bierglas in die Hand und informiert mich, dass ich dafür 2 € bekomme. Ich meinte, ich kann ihm die 2 Euro auch geben, ich stünde ja eh an, aber er wollte es mir schenken. Voll nett. Später schaute ich verloren in der Gegend rum und da grinste er mir noch mal zu, hach ja..nett. Die Trullas mit den Louis Vitton Portemonnaies hinter uns laberten ja schon die ganze Zeit nur Quatsch. Als sie nach uns dranwaren, der Knaller. Da verwechselten sie wohl das Feinkostschlemmerrestaurant mit ner Frittenbude. “Eine Portion Pommes bitte, aber knusprige Pommes. Also richtige Pommes, die knusprig sind, nicht so helle bitte. Und eine Brawuuuuaaast, ja, die da hinten, wenn es geht. Bitte auch etwas knusprig ja. Wie die Pommes.” Vor mir stand meine Schale Pommes mit der Majo..ich hätte gerne mal so einen blonden Bonzenkopf genommen und reingetunkt. Bah, so was kann ich nicht ab. Andererseits verbarg ich nicht, dass ich das sehr amüsant fand. Saßen wir also da und warteten, bis Mieze K eintrudelte. Ich setzte noch Äppler drauf, der Alleinunterhalter erfüllte Musikwünsche individueller Art, sodass er “Lena” von PUR in “Lisa” umwandelte und die Frauen der Motorradgang vor uns bewegten die Lippen völlig falsch mit, um zu suggerieren, sie könnten den Text. Stummfilm. Und dann noch falsches Lippenbewegen. Wir setzten uns in Gang und laufen da so und unter so vielen Leuten klopfe ich Rolando auf die Schultern. 2 Jahre nicht gesehen und dann trifft man sich durch Zufall inmitten eines solchen Massenauflaufs. Weiter zum Fliegen. Festgeschnallt, hochgezogen und einer zieht die Reißleine. Meine beiden Begleitungen fürchteten, sie müssten dann brechen, pinke Mieze sagte, wenn sie die Reißleine ziehen müsste, würden wir heute Morgen noch da hängen. Oh Mann..ich hätte es so verdammt gerne gemacht, aber allein geht nicht und mit wem wildfremden da oben hängen, ist doof. Habe das teuerste Eis meines Lebens gegessen und ein Jil Sander-Kleid sehr schön gefunden. Und beschlossen, dass ich Chanel-Taschen nicht haben wollte. Naja, ein bisschen rumgelatscht, Tränen gelacht..und zum Schluss noch mit etlichen anderen ein wunderschönes Feuerwerk nebst des Bleistifts angeschaut. Wirklich schön war das, da vergisst man auch kurz, dass man eher hinter “Brot statt Böller” steht. Das mit der Bahn war dann allerdings ein Wahnsinn, ein großer Andrang. So, heute is Geburtstag und Muttertag zugleich, so ein Fest.


Actions

Informations

Leave a comment

You can use these tags : <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>