Was macht eigentlich Baby Melancholie?
13 10 2007Melancholie..ein wenig seinen Gedanken nachhängen, mehr mit einem leicht trübsinnigen Hauch, als der Fröhlich- und Leichtigkeit des Lebens. Meine Gedanken zum Herbst sind ziemlich gespalten im Moment, das Wort “Melancholie” benutze ich jetzt auch nur so ausdrücklich, weil ich einen Titel gebraucht habe für diesen Eintrag und zufällig tiefsinnige Musik der Hansen-Band läuft, Jürgen Vogel zum Frontmann. Die Blätter treiben in Richtung Boden und wie ich diese unabänderliche und immer wiederkehrende natürliche Vorbereitung auf Winter und neuen Start im Frühling nun aus meiner Position in der Apotheke beobachte, habe ich das früher aus dem Klassenzimmer getan, daran erinnere ich mich sehr genau. Nur, dass der Blick aus dem Klassenzimmer mehr Bäume bescherte, mehr grün, gelb, rot..Heute muss ich mich mit ein, zwei Bäumen zufrieden geben, die ich auf Anhieb sehen kann. Ich denke an eine Ausgabe der Zeitschrift “NEON” des letzten Jahres, in der man Hose-in-Stiefel-Trägerinnen aufs Korn genommen hatte, illustriert durch Photos aus der Fußgängerzone und wenn ich mich umschaue, bräuchte ich auch nicht sehr lange, um ein ganzes Heftchen voller solcher Photos voll zu bekommen. Viel schöner finde ich Strumpfhosen oder Leggins, die zierlich unter Stiefel getragen werden, kombiniert mit neu Röckchen, das nicht genau mit dem Stiefel abschließt, sondern etwas drüber. Die Luft riecht an vielen Orten sehr gut und der Weiße Turm bietet mir keine Windruhe. Dennoch sitze ich die letzten Tage gern dort in der Mittagspause, um kurz zu essen, zu lesen, zuzuhören und zuzuschauen. Besonders, wenn die goldene Oktobersonne strahlt und vom Wind ablenkt. Besonders schön war es am Mittwoch Abend an der Mathildenhöhe..angestrahlte, goldene Kuppeln der Russischen Kapelle und eine ganze Horde Boule-Spieler, junge und alte. Mein schönster Ort übrigens..Und nächsten Sommer werde ich es endlich schaffen, mir einen ganzen Tag zu nehmen und mit einem Buch und Musik dahinzugehen. Das will ich schon seit 2 Jahren machen..kann doch nicht so schwer sein. Erstmal steht aber unbedeutendes Silvester an und diesmal vertrauen wir auf den Lichtknipser, dass er uns Süßen mal nen echten Geheimtipp für den ultimativen Silvestermiezenclub gibt, weil Kater ja nicht dasein wollen. Ich bin müde. Und ich geb zu, ich bin meistens müde..oder wenigstens schlafbereit. Gib mir ein Bett, was zum Zudecken und ich schlaf. Und das ist schön. Und gar nicht langweilig, das tut gut! Heute allerdings habe ich eindeutig bewiesen bekommen, dass es viel wertvoller ist, nach getaner Arbeit erst sinnvolle Zeit mit Menschen zu verbringen, die diese Zeit gerne mit einem teilen und man selbst auch mit ihnen. Hinterher kann man immer noch schlafen. Jedoch teile ich nicht Herrn Fassbenders Meinung “Schlafen kannst du, wenn du tot bist”, denn, zum lebendig bleiben, brauche ich auch Schlaf und wach bin ich lang und oft genug. Außerdem kann ich Schlaf und Ruhe nur dann bewusst wahrnehmen und fühlen, wenn ich lebe..wenn ich sterbe, glaube ich, wird mir das nicht mehr bewusst sein, ganz entgegen aller philosophischen Hoffnungen..Ich denke, wenn es soweit ist, ist einfach gar nichts mehr und da man das dann auch nicht mehr merken wird, braucht man sich jetzt, wo man es nicht fühlen kann, auch keine Gedanken darüber machen. Das war´s für heute, ich muss schlafen gehen.
Naja, und ansonsten bin ich zufrieden damit, etwas Neues begonnen zu haben (ich berichtete), denn “Nur wer seinen eigenen Weg geht, kann von niemandem überholt werden”, wie Marlon Brando einst sagte. Hat mir gut getan und niemand anderem weh- ich denke, diese beiden Kriterien sollten erfüllt sein.



